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Euthanasie

Was ist „Euthanasie“?

Das Wort „Euthanasie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Schöner und leichter Tod“.
Die Nationalsozialisten nannten diesen Vorgang auch ,,Gnadentod“, der Gnadentod war ein Mordprogramm für Behinderte und Erbkranke Menschen.
Ca. 275.000 Menschen starben bei diesem Mordprogramm. Ab dem 18. August 1939 hatten die Nazis die Verfügbarkeit auf die Registrierung der Kinder mit physischen und psychischen Erkrankungen, sie mussten bis zum dritten Lebensjahr gemeldet sein. Die Kinder wurden mit tödlichen Medikamenten oder durch Nahrungsentzug umgebracht. Es waren ca. 8000 Kinder die davon betroffen waren.
Warum und Wie wurde Euthanasie durchgeführt?

Die Nationalsozialisten brachten Behinderte um, damit sie Geld einsparen konnten.
Durch die Tötung, mussten keine Gelder für Kranke ausgegeben werden.
Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern mussten Neugeborene mit Erbfehlern wie z.B. Taubheit, Erblindung oder Epilepsie melden, da sie ein unwertes Leben führen würden.

Durch den Arbeitsplatz von Phillipp Bouhler in der Tiergartenstraße 4 hat die Aktion den Namen T4 bekommen. Er war nämlich der Leiter der Aktion. Menschen mit einem unwerten Leben wurden in die sogenannten Tötungsstationen gebracht.
Dort wurden die meisten in Gaskammern gebracht, die als Duschräume getarnt waren um dort mit Kohlenmonoxid – Gas getötet zu werden.
Eine weitere Möglichkeit waren die Giftspritzen und Genickschüsse. Das Programm T4 wurde am 24. August 1941 offiziell von Hitler gestoppt. Trotz Beendung des Programmes, hörte das Morden erst 1945 auf.

http://www.gdm-muensingen.de/fileadmin/resources/images/content/veranstaltungsorte/grafeneck_sw.gif
Viele Menschen die in der Nähe einer Vernichtungsanstalt hatten angst was zu sagen. Sie rochen immer einen komischen Geruch wenn in der Anstalt Menschen verbrannt wurden. Natürlich wussten sie was dort passiert, aber offiziell wusste es keiner. Im Sommer 1941 wurde das Programm den älteren Menschen gezeigt. Daraufhin waren viele Bestürzt und es folgten Proteste. Bischof Clemens von Galen warnte später die Menschen vor den schrecklichen Taten.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-

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Philipp Bouhler
Geboren am 2.9.1899 in München
Philosophie Studium nach dem ersten Weltkrieg in München
Beitritt der NSDAP im September 1922
1933 Reichsleiter der Kanzlei des Führers
Seit 1934 Leiter der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums
1939 – 1941 Beauftragter des Euthanasieprogramms
Teil eines zehnköpfigen Expertenteams, dass die Auswahl der Euthanasieopfer trifft
Selbstmord mit seiner Frau am 19.05.1945 in Alt-Aussee

http://www.ard.de/home/wissen/Nationalsozialismus__Die_Verbrechen/1590242/index.html
http://www.ns-euthanasie.de/index.php/philipp-bouhler http://www.abipur.de/referate/stat/648311686.html http://www.lerntippsammlung.de/Euthanasie.html http://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/verfolgung/wer-wurde-verfolgt/behinderte-menschen/
http://www.planet-wissen.de/geschichte/nationalsozialismus/nationalistische rassenlehre/pwieeuthanasieimdrittenreich100.html

 

Erna Kronshage

Erna Kronshage

Vorname : Erna
Nachname : Kronshage

Adresse : Veler Straße 76, Bielefeld-Sennestadt
Geboren : 12 Dezember 1922
Gebursort : Senne II heute Bielefeld-Sennestadt
Todesort : Gnesen heute Gniezon in Polen (Anstalt Tiegenhof)
Todesdatum : 20 Februar 1944 um 9:30 Uhr
Todesgrund : Allgemeine Erschöpfung, durch Hungerskost mit Fettentzug und mit Hilfe des Schlafmittels ,,Luminal“.
Gedenken : – Stolperstein zu ihren 90. Geburtstag am 06.12.2012 vor ihrem Geburtshaus.
– Leuchtnamensband in der Kreuzkirche der LWL Klinik Gütersloh
– Am 27.01.2017 im Deutschen Bundestag eine Gedenkfeier für die NS-“Euthanasie“ Opfer.
Beruf : Haustocher auf dem Bauernhof von ihren Eltern.

Biographie Erna Kronshage
Erna Kronshage wurde am 12. Dezember 1922 geboren und wohnte auf der Veler Straße 76 in Bielefeld-Sennestadt. Erna Kronshage ist nur 21 Jahre alt geworden und war das jüngste von elf Kindern der Familie.
Auf Erna lastete eine Pflicht als „Haustochter“, denn ihre älteren Geschwister waren bereits aus dem Haus und so musste sie die Aufgaben, welche Zuhause, auf dem landwirtschaftlichen Gehöft angefallen sind, erledigen. Jedoch wollte Erna allmählich auf eigenen Füßen stehen.
Durch den Kriegsbeginn und die ersten Bombenwürfe in ihrer Umgebung, bei denen eine Bekannte in unmittelbarer Nachbarschaft ums Leben kam, wurde sie sicherlich traumatisiert und verunsichert. Dieser äußere Krieg ist auch ein innerer Krieg für Erna Kronshage geworden. Sie kann den psychischen Druck nicht mehr richtig strandhalten.
Darauf folgte im Herbst 1942 eine spontane und akute Verweigerungshaltung von Erna, zudem kam sie ihren Aufgaben nicht mehr pünktlich nach. Heute würde diese Verweigerungshaltung als „Null Bock Phase“ betitelt worden. Daraufhin fragte ihre Mutter die sogenannte „Braune Schwester“, die damals die Gemeindeschwester und Fürsorgerin der NS-Wohlfahrt war, um Rat.
Am 24. Oktober 1942 begab sich Erna auf Rat der Schwester in die Hände der Ärzte aus der Provinzialheilanstalt Gütersloh, wo professionelle Hilfe erwartet wurde. Diese Einweisung konnte damals aus formalen NS-juristischen Gründen nur unter der Bezeichnung „gemeingefährliche Kranke“ erfolgen und deshalb wurde die Zuführung polizeilich durchgeführt.
Direkt am ersten Tag wurde sie von einem dort tätigen NS-Psychiater als „ schizophren“ diagnostiziert. Schizophrenie war damals eine neue Krankheit, galt als modern und wurde mit den sog. Cardialschocks, welche die Vorläufer-Therapie der späteren Elektroschocks war, behandelt. Mit diesem Medikament wurden alle zwei bis drei Tage epileptische Anfälle ausgelöst, 20-30 pro Behandlungsserie wurden empfohlen, und somit wurde sie in ihrem Willen gebrochen und ruhig gestellt. Außerdem gab es weitere Therapiemaßnahmen, wie das Kartoffelschälen oder die Gartenarbeit, da sie auch schon Zuhause die Arbeit als „Haustochter“ zu verrichten hatte und diese zuletzt verweigerte. Durch diese Therapiemaßnahmen sollte sie ihre alten Gewohnheiten wieder bekommen und geheilt werden.
Schizophrenie galt im Sinne des NS-Gesetzes „zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ als Erbkrankheit und so sollte Erna Kronshage auf Antrag des Direktors der Provinzialheilanstalt Gütersloh zwangssterilisiert werden. Ernas Vater versuchte, die Zwangssterilisation zu verhindern, war jedoch erfolglos und so wurde sie am 4. August 1943 nach Beschluss, in zweiter Instanz des Erbgesundheitsobergerichtes Hamm zwangssterilisiert.
Sie wurde am 12. November 1943 angeblich vornehmlich „aus Luftschutzgründen“, letztlich eine getarnte NS-Euthanasie-Aktion mit 99 anderen Schicksalsgenossinnen zur Gauheilanstalt, im seit 1939 besetzten Polen, nach Tiegenhof/Gnesen, 630 Kilometer von Gütersloh entfernt, verlegt.
Erna Kronshage starb am 20. Februar 1944 angeblich an „vollkommender Erschöpfung des Körpers“, doch inzwischen wurde zweifelsfrei aus einer Forschung bewiesen, auch belegt durch Zeugenaussagen in verschiedenen Nachkriegsprozessen, dass ab 1939 die Anstalt Tiegenhof zu einer der Vernichtungsanstalten, zuerst für polnische Insassen und dann für Verlegungspatienten aus dem deutschem Reichsgebiet umgewidmet wurde.
Zum Zeitpunkt des Todes von Erna wurden dort, wie auch in mehreren anderen Anstalten, gerade im Osten, jetzt dezentral geplant, Patiententötungen durchgeführt. Diese Tötungen wurden durch eine von NS-Ärzten ausgeklügelte Kombination von Hungerkost mit Fettentzug, einhergehend mit hohen Beigaben sedierender Medikamente, z.B. des Schlafmittels „Luminal“, weiter durchgeführt. Diese Kombination führte nach einer gewissen Zeit zur Auszehrung des Körpers und zu allgemeiner Erschöpfung. Man kann also davon ausgehen, dass die Todesursache von Erna in ihrer Sterbeurkunde „allgemeine Erschöpfung“ damals als übliche Umschreibung einer geplanten und konsequenten durchgeführten Tötung war, welche damals oft im Stundentakt durchgeführt wurde.
Die Leiche von Erna Kronshage wurde auf Antrag der Eltern in die Heimat Senne II rücküberführt und nach 600 km langem Rücktransport auf den Friedhof Senne II am 5. März 1944 beigesetzt.
Seit dem 06.12.2012, zu Erna Kronshages 90. Geburtstag, gibt es einen Stolperstein vor ihrem damaligen Geburtshaus. Dieser Stolperstein liegt in Bielefeld-Sennestadt und wurde von ihrem Neffen, Edward Wieand verlegt. Außerdem wird Erna Kronshage auf einem Leuchtnamensband in der Kreuzkirche der LWL-Klinik Gütersloh genannt.

Quelle: http://gedenkort-t4.eu/de/vergangenheit/kronshage-erna

Heinz Steinweg

Kurzbiographie von Heinz Steinweg
Vorname: Heinz
Nachname: Steinweg
Geburtsdatum: 20.08.1916
Geburtsort: Güstrow
Eltern: Mutter: Marie Steinweg (geb. Kunze)
Vater: Otto Steinweg
Geschwister: Ruth Steinweg
Beruf: Elektriker bei Karstadt
Religion: Jüdisch

Heinz Steinweg wurde am 20.08.1916 in Güstrow geboren.
Nach seiner Schulausbildung war er Lehrling in der Elektroabteilung des Kaufhauses Karstadt. Im April 1933 wurde er aufgrund des Boykotts gegen Juden entlassen.
Danach kam er zu seinem Vater nach Münster und arbeitete dort in seinem Radiogeschäft. Nach der Schließung des Radiogeschäftes emigrierte er mit seinem Vater und seiner Stiefmutter nach Palästina. Dort arbeitete er ein Jahr lang im Vorbereitungskibbuz in Raanana.
Am 06.06.1937 wurde er Mitbegründer von ,,Maos-Chaim‘‘. Als der Staat Israel gegründet wurde lebt er ab 1948 in Haifa und Jerusalem in der freien Wirtschaft.
Im Jahre 1958 kehrte er nach Deutschland zurück.

Heinz Steinweg
Flucht und Vertreibung
Heinz Steinweg hat den Holocaust miterlebt und er und seine Familie wurden von den Nazis verfolgt, da sie Juden waren. Heinz Steinweg hat ganz normal gelebt und hatte eine Ausbildung als Elektriker und hat bei Karstadt gearbeitet. Aber als Hitler an die Macht kam hat sich für ihn und seine Familie alles geändert. Die Konzentrationslager wurden gebaut, er wurde von Karstadt fristlos gekündigt, da er Jude war und Juden als Bürger 2.Klasse erklärt wurden. Am Anfang hat er die Konzentrationslager unterschätzt, da er nicht dachte, dass die Insassen dort umgebracht werden. Als er schließlich 1939 mit seinem Vater nach Israel auswanderte, erreichte ihn die Nachricht, dass seine Schwiegereltern sich umbrachten um seine Schwester zu retten. Dies war aber vergebens da seine Schwester mit ihrer Tochter kurze Zeit danach in das Kz Auschwitz in Birkenau kam und dort auch Umkamen. Später erlebte Heinz Steinweg das Ende des 2.Weltkrieg im Jahr 1945 im Radio mit. 1956 kehrten die Ersten zurück zwar sehr wenige aber die Anzahl erhöhte sich an jeden Tag. Zwei Jahre später kehrte auch Heinz Steinweg zurück allerdings ohne seinen Vater, da dieser vor der Rückkehr an Herzversagen starb.

Geschwister
Heinz Steinwegs Bruder Otto besuchte das Realgymnasium in Güstrow von 1930 bis 1933. Vor seiner Emigration hält er sich oft in Münster auf, da dort sein Bruder und sein Vater wohnen. Mitte 1935 konnte er nach Palästina auswandern und arbeitete mehrere Jahre im Kibbuz. Außerdem war er Mitglied der ,,Haganah‘‘ einer jüdischen Selbstschutzorganisation. 1940 bis 1947 arbeitete er im Büro der Jugend-Aalija. Danach studierte er Erziehungs- und Staatswirtschaften. An der Hebräischen Universität wurde er von 1949 bis 1970 Direktor der Jugendabteilung, Sektion Israel und Generalsekretär des Israelischen Jugendverbandes. In den nächsten Jahren reiste er viel um die Welt.

Heinz Steinwegs Schwester Ruth lebte in Güstrow. Dort besuchte sie ein Gymnasium. Sie machte eine Ausbildung in Breslau als Krankenschwester. Nach einigen Jahren heiratete sie dann ihren Chef und hatte mit ihm eine gemeinsame Tochter. Ihr Mann wanderte nach England aus. Ruth blieb aber bei ihren Schwiegereltern um sie zu pflegen. Ihre Schwiegereltern machten darauf Selbstmord, damit sie auch nach England kann. Aber es war zu spät und sie kam in ein Konzentrationslager.

Heinz Steinweg
Weiterleben
Als er 1958 aus Israel wieder nach Deutschland zurück kehrte musste er alleine klarkommen, da ein Großteil seiner Familie durch den Nationalsozialismus umgebracht wurde, musste er sehr sparsam leben und konnte sich wenig leisten. Obwohl er sehr hart arbeitete und seine eigene chemische Reinigung hatte. Außerdem bekommt er vom Staat eine Wiedergutmachung und anstatt dies über einen Anwalt laufen zulassen nahm er es selbst in die Hand. Dann lud er einen Arzt zu sich ein, um ein gesundheitliches Gutachten von seinem Vater zu machen. Er hat extra viele Unterlagen von seinem Vater bereit gelegt aber den Arzt hat dies nicht interessiert, da er ein altes Passfoto von seinem Vater genommen hat und daran dann das Gutachten erstellt. Danach hat er zu Heinz gesagt: „Wenn sie denken, dass sie durch den Krieg und den Nationalsozialismus mehr gelitten haben als wir, dann sind sie auf dem Holzweg“. Danach hatte Heinz noch einen Job als Versicherungsvertreter für Handwerker, wobei er anfangs auch Probleme hatte. Als er in Hannover ein schlimmes Ereignis erlebte, beschloss er nach Münster zu ziehen. Dort gefiel es ihm besser, da er aufgrund des Nationalsozialismus eine Fahnenphobie entwickelte wodurch ihm schlecht wurde, beim Anblick von vielen Fahnen. Weiterhin hatte Heinz eine schöne Zeit in Münster.

Familie Terhoch

Familie Terhoch (Beckum)
Die jüdische Familie Terhoch aus Beckum waren mit einer der Familien betroffenen der NS-Zeit. Die Familienmitglieder waren einmal die Eltern (Abraham Terhoch, Emma Terhoch).Dazu folgten die Kinder ( Erich, Hedwig, Hildegard, Irma, Paul und Walter Terhoch).
Eltern
Abraham Terhoch :* 6.januar 1873 in Drensteinfurt
gestorben 25 März 1933 in Beckum

Emma Terhoch :* 21.Dezember 1879, Salzuflen
Unbekannt
Kinder
Erich Terhoch: *15 November 1901
Gestorben: 20 Februar 1980
Walther Terhoch: 21 Juli 1904
Gestorben: 1943
Hedwig Terhoch: 2 März 1909
Unbekannt
Hildegard Terhoch: 15 Januar 1911
Unbekannt
Irma Terhoch: 30 November 1912
Gestorben :1942
Paul Terhoch: 29 September 1914-1984

 

Familienvater und Geschäftsmann Abraham Terhoch war im Jahr 1933 verstorben. Die Witwe bekam schon vor der Pogromnacht die judenfeindliche Stimmung zu spüren. Als Folge der Stimmungsmache des NS-Regimes blieb das ehemals gehobene Konfektionsgeschäft ohne Kundschaft, sodass die Witwe Emma das Geschäft nicht mehr halten konnte. Immerhin blieb das Geschäftshaus von Zerstörungen verschont, da Emma und ihre sechs Kinder rechtzeitig vor dem 9. November nach Wiesbaden flohen. Trotzdem wurden sie weiter verfolgt. Emma und drei ihrer Kinder starben in Konzentrationslagern. Erich starb im alter von 79 Jahren. Paul Terhoch starb 1984 und Hildegard`s Todesdatum ist unbekannt. Heute findet sich im Giebel des Jugendstilhauses immer noch ein großes „T“, das an die Familie erinnert.

NS-Zeit Frauenbild

Aufgaben der Frau vor dem Zweiten Weltkrieg (1918-1921)

Nach dem ersten Weltkrieg hatten die Frauen das Wahlrecht erlangt. Die Frauenbewegung arbeitete verstärkt am erlangen für politischen, sozialen und zivilen Bürgerrechten. Es gab einen grundlegenden Wandel bei der sexuellen Moral der Frau. Es gab noch nie so viele Ehescheidungen.
Es gab immer mehr Akademikerinnen, Journalisten, Schriftstellerinnen, Tänzerinnen und Künstlerinnen. Die Frauen wollten nicht nur Hausmütter sein, sie wollten auch Arbeiten und einem Beruf nachgehen. Leider war es oft so, dass meist nur Adlige und Großbürgerliche sich diesen anderen Lebensstil leisten konnten (Mode etc.).
In dieser Zeit waren die Sportarten Golf und Tennis eingeführt, wo die Frauen, Interesse daran fanden. Die Frauen probierten die verschiedensten Sportarten. Die Frauen machten sich selbstständig und zogen das an was sie wollten. Sie trugen einen Bubikopf, knielange Röcke und rauchten Zigaretten. Leider hielt das nicht lange an und die Frauen zogen sich mit ihrem Stil wieder zurück.
Quelle:
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/alltagsleben/neue-frau.html

 

Lebensborn

Am 12.Dezember 1935 wurde Lebensborn vom SS-Führer Heinrich Himmler in Berlin gegründet. Das gesamte Personal der Einrichtung waren Männer aus der SS Hierarchie. Das Hauptziel der Einrichtung war es, „erbgesunde Kinder“ zu fördern. Die Idee des Vereins war es, rein deutschen Frauen das Angebot zu machen, ihre Kinder auf die Welt zu bringen und von dem Lebensborn Verein unterstützt zu werden. Diese diente damals als Alternative zu den illegalen Schwangerschaftsabbrüchen. Himmler sah dies als Möglichkeit den Nachwuchs der reinen Arisch Deutschen Frau, schon früh zu rekrutieren.
Jedoch sahen viele verheiratete Frauen diesen Verein skeptisch und Gerüchte über die Lebensborn Organisation verbreiteten sich. Auch den weiblichen Überschuss sah Himmler im Voraus, da viele junge Männer schon Anfang des Krieges starben. Der SS-Chef versprach, dass die Kinder, die im Krieg gezeugt wurden, versorgt werden und die Mütter von der SS versorgt werden. Jedoch wurde dies in der weiblichen Bevölkerung als „Zuchtbefehl“ gesehen. Es gab Gerüchte. Hieß es oft im Volksmund „SS-Bordelle“. Der konservative NS-Gegner Namens Karl Friedrich Goerdeler schrieb Ende 1942 eine direkte Kritik über Lebensborn.
Die drei Hauptaufgaben des Lebensborn E.V. waren:
1. Rassisch und erbbiologisch wertvolle, kinderreiche Familien zu unterstützen.
2. Die Mütter unterzubringen und zu unterstützen
3. Für die Kinder zu sorgen.
Im Lebensborn wurden ca. 12000 Kinder geboren, davon jedes 2. unehelich. Die meisten Kinder wurden in Pflegefamilien aufgenommen, mit dem späteren Ziel adoptiert zu werden. Laut Himmler wurden bis Kriegsende nur ca. 100 Kinder adoptiert.
Quelle:
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article149873036/Zuchtstationen-Bordelle-Himmlers-Gebaer-Verein.html

 

Frauenbild in der NS-Zeit

Frauenbild
Hitler und die Nazis hatten ein Frauenbild. Dieses Frauenbild war schon Jahre davor in der Gesellschaft verankert. Seit man denken kann wurde die Frau als unterworfenes und dienendes Geschlecht angesehen. In Hitlers Blickfeld war klar, dass die Männer die Weltordnung beherrschen, die Politik beherrschen und das die Frauen kein Anteil an der Weltgeschichte haben durften sondern nur die Männer. Eigentlich war es so das Frauen keine Männersachen machen durften und auf gar keinen fall ein Teil der Politik oder Armee sein durften. Aber durch den krieg unter Hitler änderte sich vieles.
Im März 1932 wurde die Frau als Geschlechts- und Arbeitsgenossin dargestellt. Eine Frau war einfach nur dafür da eine gute und liebe volle Mutter zu sein und möglichst viele Arische Kinder zu bekommen.
Quelle: http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-deutsche-frau-und-ihre-rolle-im-nationalsozialismus/

Die NS-Frauenpolitik

Die Politische Integration erfolgte von den Frauen in ihren verbänden. 1939 stabilisierten sich 12 Millionen Frauen in NS-Verbänden im Nationalsozialistischen System. Sie sollten weltanschauliche Kurse verbreiten, die extra auf Frauenthemen zugeschnitten waren. Die Hauptaufgabe der Frau war Kinder zu bekommen und aufzuziehen dadurch bekamen sie steuerliche Begünstigungen. Frauenorganisationen übernahmen Mutterschulungen. Sie förderten die Frauen und halfen in pflege und Kinderbetreuung. 1923 gab es Zusammenschlüsse von Frauen unter Elsbeth Zander(1888-1963). Frau Zander gründete und leitete den Frauenorden(DFO). 1926 wurde der Orden anerkannt und 1928 als Gliederung in die NSDAP aufgenommen. 1931 wurde die DFO und alle anderen Frauenorganisationen aufgelöst. Sie wurden neu zusammengeschlossen unter der NS-Frauenschaft. Frauengruppen wurden eingeschränkt und Bindungen an die Partei verstärkt. Die Parteifunktionäre entschieden über sämtliche Leiterinnen. 1930-1933 war eine große Zunahme von weiblichen NSDAP Mitgliedern. Dabei kam ein Parteiinterner Machtkampf um die Frage: Ausrichtung und die Verknüpfung der Frauenschaft. Lydia Gottschewsky(1906-1989) war die neue Leiterinn des Bundes Deutscher Mädel(BDM) und sollte Unstimmigkeiten zwischen NSF und Hitlerjugend schlichten. 1933 war die Gründung der Deutschen Arbeitsfront(DAF) und der Deutschen Frauenfront(DFF). Darauf folgte eine neue Zersplitterung. Paula Sieber gründete die Reichsarbeitsgemeintschaft Deutscher Frauenverbände(RAG). DFF und RAG vereinigten sich zur Deutsches Frauenwerk(DFW).
Quelle: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/frauenpolitik.html