Archiv der Kategorie: 2017

Euthanasie

Was ist „Euthanasie“?

Das Wort „Euthanasie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Schöner und leichter Tod“.
Die Nationalsozialisten nannten diesen Vorgang auch ,,Gnadentod“, der Gnadentod war ein Mordprogramm für Behinderte und Erbkranke Menschen.
Ca. 275.000 Menschen starben bei diesem Mordprogramm. Ab dem 18. August 1939 hatten die Nazis die Verfügbarkeit auf die Registrierung der Kinder mit physischen und psychischen Erkrankungen, sie mussten bis zum dritten Lebensjahr gemeldet sein. Die Kinder wurden mit tödlichen Medikamenten oder durch Nahrungsentzug umgebracht. Es waren ca. 8000 Kinder die davon betroffen waren.
Warum und Wie wurde Euthanasie durchgeführt?

Die Nationalsozialisten brachten Behinderte um, damit sie Geld einsparen konnten.
Durch die Tötung, mussten keine Gelder für Kranke ausgegeben werden.
Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern mussten Neugeborene mit Erbfehlern wie z.B. Taubheit, Erblindung oder Epilepsie melden, da sie ein unwertes Leben führen würden.

Durch den Arbeitsplatz von Phillipp Bouhler in der Tiergartenstraße 4 hat die Aktion den Namen T4 bekommen. Er war nämlich der Leiter der Aktion. Menschen mit einem unwerten Leben wurden in die sogenannten Tötungsstationen gebracht.
Dort wurden die meisten in Gaskammern gebracht, die als Duschräume getarnt waren um dort mit Kohlenmonoxid – Gas getötet zu werden.
Eine weitere Möglichkeit waren die Giftspritzen und Genickschüsse. Das Programm T4 wurde am 24. August 1941 offiziell von Hitler gestoppt. Trotz Beendung des Programmes, hörte das Morden erst 1945 auf.

http://www.gdm-muensingen.de/fileadmin/resources/images/content/veranstaltungsorte/grafeneck_sw.gif
Viele Menschen die in der Nähe einer Vernichtungsanstalt hatten angst was zu sagen. Sie rochen immer einen komischen Geruch wenn in der Anstalt Menschen verbrannt wurden. Natürlich wussten sie was dort passiert, aber offiziell wusste es keiner. Im Sommer 1941 wurde das Programm den älteren Menschen gezeigt. Daraufhin waren viele Bestürzt und es folgten Proteste. Bischof Clemens von Galen warnte später die Menschen vor den schrecklichen Taten.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-

H13374_Philipp_Bouhler.jpg

Philipp Bouhler
Geboren am 2.9.1899 in München
Philosophie Studium nach dem ersten Weltkrieg in München
Beitritt der NSDAP im September 1922
1933 Reichsleiter der Kanzlei des Führers
Seit 1934 Leiter der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums
1939 – 1941 Beauftragter des Euthanasieprogramms
Teil eines zehnköpfigen Expertenteams, dass die Auswahl der Euthanasieopfer trifft
Selbstmord mit seiner Frau am 19.05.1945 in Alt-Aussee

http://www.ard.de/home/wissen/Nationalsozialismus__Die_Verbrechen/1590242/index.html
http://www.ns-euthanasie.de/index.php/philipp-bouhler http://www.abipur.de/referate/stat/648311686.html http://www.lerntippsammlung.de/Euthanasie.html http://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/verfolgung/wer-wurde-verfolgt/behinderte-menschen/
http://www.planet-wissen.de/geschichte/nationalsozialismus/nationalistische rassenlehre/pwieeuthanasieimdrittenreich100.html

 

Erna Kronshage

Erna Kronshage

Vorname : Erna
Nachname : Kronshage

Adresse : Veler Straße 76, Bielefeld-Sennestadt
Geboren : 12 Dezember 1922
Gebursort : Senne II heute Bielefeld-Sennestadt
Todesort : Gnesen heute Gniezon in Polen (Anstalt Tiegenhof)
Todesdatum : 20 Februar 1944 um 9:30 Uhr
Todesgrund : Allgemeine Erschöpfung, durch Hungerskost mit Fettentzug und mit Hilfe des Schlafmittels ,,Luminal“.
Gedenken : – Stolperstein zu ihren 90. Geburtstag am 06.12.2012 vor ihrem Geburtshaus.
– Leuchtnamensband in der Kreuzkirche der LWL Klinik Gütersloh
– Am 27.01.2017 im Deutschen Bundestag eine Gedenkfeier für die NS-“Euthanasie“ Opfer.
Beruf : Haustocher auf dem Bauernhof von ihren Eltern.

Biographie Erna Kronshage
Erna Kronshage wurde am 12. Dezember 1922 geboren und wohnte auf der Veler Straße 76 in Bielefeld-Sennestadt. Erna Kronshage ist nur 21 Jahre alt geworden und war das jüngste von elf Kindern der Familie.
Auf Erna lastete eine Pflicht als „Haustochter“, denn ihre älteren Geschwister waren bereits aus dem Haus und so musste sie die Aufgaben, welche Zuhause, auf dem landwirtschaftlichen Gehöft angefallen sind, erledigen. Jedoch wollte Erna allmählich auf eigenen Füßen stehen.
Durch den Kriegsbeginn und die ersten Bombenwürfe in ihrer Umgebung, bei denen eine Bekannte in unmittelbarer Nachbarschaft ums Leben kam, wurde sie sicherlich traumatisiert und verunsichert. Dieser äußere Krieg ist auch ein innerer Krieg für Erna Kronshage geworden. Sie kann den psychischen Druck nicht mehr richtig strandhalten.
Darauf folgte im Herbst 1942 eine spontane und akute Verweigerungshaltung von Erna, zudem kam sie ihren Aufgaben nicht mehr pünktlich nach. Heute würde diese Verweigerungshaltung als „Null Bock Phase“ betitelt worden. Daraufhin fragte ihre Mutter die sogenannte „Braune Schwester“, die damals die Gemeindeschwester und Fürsorgerin der NS-Wohlfahrt war, um Rat.
Am 24. Oktober 1942 begab sich Erna auf Rat der Schwester in die Hände der Ärzte aus der Provinzialheilanstalt Gütersloh, wo professionelle Hilfe erwartet wurde. Diese Einweisung konnte damals aus formalen NS-juristischen Gründen nur unter der Bezeichnung „gemeingefährliche Kranke“ erfolgen und deshalb wurde die Zuführung polizeilich durchgeführt.
Direkt am ersten Tag wurde sie von einem dort tätigen NS-Psychiater als „ schizophren“ diagnostiziert. Schizophrenie war damals eine neue Krankheit, galt als modern und wurde mit den sog. Cardialschocks, welche die Vorläufer-Therapie der späteren Elektroschocks war, behandelt. Mit diesem Medikament wurden alle zwei bis drei Tage epileptische Anfälle ausgelöst, 20-30 pro Behandlungsserie wurden empfohlen, und somit wurde sie in ihrem Willen gebrochen und ruhig gestellt. Außerdem gab es weitere Therapiemaßnahmen, wie das Kartoffelschälen oder die Gartenarbeit, da sie auch schon Zuhause die Arbeit als „Haustochter“ zu verrichten hatte und diese zuletzt verweigerte. Durch diese Therapiemaßnahmen sollte sie ihre alten Gewohnheiten wieder bekommen und geheilt werden.
Schizophrenie galt im Sinne des NS-Gesetzes „zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ als Erbkrankheit und so sollte Erna Kronshage auf Antrag des Direktors der Provinzialheilanstalt Gütersloh zwangssterilisiert werden. Ernas Vater versuchte, die Zwangssterilisation zu verhindern, war jedoch erfolglos und so wurde sie am 4. August 1943 nach Beschluss, in zweiter Instanz des Erbgesundheitsobergerichtes Hamm zwangssterilisiert.
Sie wurde am 12. November 1943 angeblich vornehmlich „aus Luftschutzgründen“, letztlich eine getarnte NS-Euthanasie-Aktion mit 99 anderen Schicksalsgenossinnen zur Gauheilanstalt, im seit 1939 besetzten Polen, nach Tiegenhof/Gnesen, 630 Kilometer von Gütersloh entfernt, verlegt.
Erna Kronshage starb am 20. Februar 1944 angeblich an „vollkommender Erschöpfung des Körpers“, doch inzwischen wurde zweifelsfrei aus einer Forschung bewiesen, auch belegt durch Zeugenaussagen in verschiedenen Nachkriegsprozessen, dass ab 1939 die Anstalt Tiegenhof zu einer der Vernichtungsanstalten, zuerst für polnische Insassen und dann für Verlegungspatienten aus dem deutschem Reichsgebiet umgewidmet wurde.
Zum Zeitpunkt des Todes von Erna wurden dort, wie auch in mehreren anderen Anstalten, gerade im Osten, jetzt dezentral geplant, Patiententötungen durchgeführt. Diese Tötungen wurden durch eine von NS-Ärzten ausgeklügelte Kombination von Hungerkost mit Fettentzug, einhergehend mit hohen Beigaben sedierender Medikamente, z.B. des Schlafmittels „Luminal“, weiter durchgeführt. Diese Kombination führte nach einer gewissen Zeit zur Auszehrung des Körpers und zu allgemeiner Erschöpfung. Man kann also davon ausgehen, dass die Todesursache von Erna in ihrer Sterbeurkunde „allgemeine Erschöpfung“ damals als übliche Umschreibung einer geplanten und konsequenten durchgeführten Tötung war, welche damals oft im Stundentakt durchgeführt wurde.
Die Leiche von Erna Kronshage wurde auf Antrag der Eltern in die Heimat Senne II rücküberführt und nach 600 km langem Rücktransport auf den Friedhof Senne II am 5. März 1944 beigesetzt.
Seit dem 06.12.2012, zu Erna Kronshages 90. Geburtstag, gibt es einen Stolperstein vor ihrem damaligen Geburtshaus. Dieser Stolperstein liegt in Bielefeld-Sennestadt und wurde von ihrem Neffen, Edward Wieand verlegt. Außerdem wird Erna Kronshage auf einem Leuchtnamensband in der Kreuzkirche der LWL-Klinik Gütersloh genannt.

Quelle: http://gedenkort-t4.eu/de/vergangenheit/kronshage-erna

Heinz Steinweg

Kurzbiographie von Heinz Steinweg
Vorname: Heinz
Nachname: Steinweg
Geburtsdatum: 20.08.1916
Geburtsort: Güstrow
Eltern: Mutter: Marie Steinweg (geb. Kunze)
Vater: Otto Steinweg
Geschwister: Ruth Steinweg
Beruf: Elektriker bei Karstadt
Religion: Jüdisch

Heinz Steinweg wurde am 20.08.1916 in Güstrow geboren.
Nach seiner Schulausbildung war er Lehrling in der Elektroabteilung des Kaufhauses Karstadt. Im April 1933 wurde er aufgrund des Boykotts gegen Juden entlassen.
Danach kam er zu seinem Vater nach Münster und arbeitete dort in seinem Radiogeschäft. Nach der Schließung des Radiogeschäftes emigrierte er mit seinem Vater und seiner Stiefmutter nach Palästina. Dort arbeitete er ein Jahr lang im Vorbereitungskibbuz in Raanana.
Am 06.06.1937 wurde er Mitbegründer von ,,Maos-Chaim‘‘. Als der Staat Israel gegründet wurde lebt er ab 1948 in Haifa und Jerusalem in der freien Wirtschaft.
Im Jahre 1958 kehrte er nach Deutschland zurück.

Heinz Steinweg
Flucht und Vertreibung
Heinz Steinweg hat den Holocaust miterlebt und er und seine Familie wurden von den Nazis verfolgt, da sie Juden waren. Heinz Steinweg hat ganz normal gelebt und hatte eine Ausbildung als Elektriker und hat bei Karstadt gearbeitet. Aber als Hitler an die Macht kam hat sich für ihn und seine Familie alles geändert. Die Konzentrationslager wurden gebaut, er wurde von Karstadt fristlos gekündigt, da er Jude war und Juden als Bürger 2.Klasse erklärt wurden. Am Anfang hat er die Konzentrationslager unterschätzt, da er nicht dachte, dass die Insassen dort umgebracht werden. Als er schließlich 1939 mit seinem Vater nach Israel auswanderte, erreichte ihn die Nachricht, dass seine Schwiegereltern sich umbrachten um seine Schwester zu retten. Dies war aber vergebens da seine Schwester mit ihrer Tochter kurze Zeit danach in das Kz Auschwitz in Birkenau kam und dort auch Umkamen. Später erlebte Heinz Steinweg das Ende des 2.Weltkrieg im Jahr 1945 im Radio mit. 1956 kehrten die Ersten zurück zwar sehr wenige aber die Anzahl erhöhte sich an jeden Tag. Zwei Jahre später kehrte auch Heinz Steinweg zurück allerdings ohne seinen Vater, da dieser vor der Rückkehr an Herzversagen starb.

Geschwister
Heinz Steinwegs Bruder Otto besuchte das Realgymnasium in Güstrow von 1930 bis 1933. Vor seiner Emigration hält er sich oft in Münster auf, da dort sein Bruder und sein Vater wohnen. Mitte 1935 konnte er nach Palästina auswandern und arbeitete mehrere Jahre im Kibbuz. Außerdem war er Mitglied der ,,Haganah‘‘ einer jüdischen Selbstschutzorganisation. 1940 bis 1947 arbeitete er im Büro der Jugend-Aalija. Danach studierte er Erziehungs- und Staatswirtschaften. An der Hebräischen Universität wurde er von 1949 bis 1970 Direktor der Jugendabteilung, Sektion Israel und Generalsekretär des Israelischen Jugendverbandes. In den nächsten Jahren reiste er viel um die Welt.

Heinz Steinwegs Schwester Ruth lebte in Güstrow. Dort besuchte sie ein Gymnasium. Sie machte eine Ausbildung in Breslau als Krankenschwester. Nach einigen Jahren heiratete sie dann ihren Chef und hatte mit ihm eine gemeinsame Tochter. Ihr Mann wanderte nach England aus. Ruth blieb aber bei ihren Schwiegereltern um sie zu pflegen. Ihre Schwiegereltern machten darauf Selbstmord, damit sie auch nach England kann. Aber es war zu spät und sie kam in ein Konzentrationslager.

Heinz Steinweg
Weiterleben
Als er 1958 aus Israel wieder nach Deutschland zurück kehrte musste er alleine klarkommen, da ein Großteil seiner Familie durch den Nationalsozialismus umgebracht wurde, musste er sehr sparsam leben und konnte sich wenig leisten. Obwohl er sehr hart arbeitete und seine eigene chemische Reinigung hatte. Außerdem bekommt er vom Staat eine Wiedergutmachung und anstatt dies über einen Anwalt laufen zulassen nahm er es selbst in die Hand. Dann lud er einen Arzt zu sich ein, um ein gesundheitliches Gutachten von seinem Vater zu machen. Er hat extra viele Unterlagen von seinem Vater bereit gelegt aber den Arzt hat dies nicht interessiert, da er ein altes Passfoto von seinem Vater genommen hat und daran dann das Gutachten erstellt. Danach hat er zu Heinz gesagt: „Wenn sie denken, dass sie durch den Krieg und den Nationalsozialismus mehr gelitten haben als wir, dann sind sie auf dem Holzweg“. Danach hatte Heinz noch einen Job als Versicherungsvertreter für Handwerker, wobei er anfangs auch Probleme hatte. Als er in Hannover ein schlimmes Ereignis erlebte, beschloss er nach Münster zu ziehen. Dort gefiel es ihm besser, da er aufgrund des Nationalsozialismus eine Fahnenphobie entwickelte wodurch ihm schlecht wurde, beim Anblick von vielen Fahnen. Weiterhin hatte Heinz eine schöne Zeit in Münster.

Familie Terhoch

Familie Terhoch (Beckum)
Die jüdische Familie Terhoch aus Beckum waren mit einer der Familien betroffenen der NS-Zeit. Die Familienmitglieder waren einmal die Eltern (Abraham Terhoch, Emma Terhoch).Dazu folgten die Kinder ( Erich, Hedwig, Hildegard, Irma, Paul und Walter Terhoch).
Eltern
Abraham Terhoch :* 6.januar 1873 in Drensteinfurt
gestorben 25 März 1933 in Beckum

Emma Terhoch :* 21.Dezember 1879, Salzuflen
Unbekannt
Kinder
Erich Terhoch: *15 November 1901
Gestorben: 20 Februar 1980
Walther Terhoch: 21 Juli 1904
Gestorben: 1943
Hedwig Terhoch: 2 März 1909
Unbekannt
Hildegard Terhoch: 15 Januar 1911
Unbekannt
Irma Terhoch: 30 November 1912
Gestorben :1942
Paul Terhoch: 29 September 1914-1984

 

Familienvater und Geschäftsmann Abraham Terhoch war im Jahr 1933 verstorben. Die Witwe bekam schon vor der Pogromnacht die judenfeindliche Stimmung zu spüren. Als Folge der Stimmungsmache des NS-Regimes blieb das ehemals gehobene Konfektionsgeschäft ohne Kundschaft, sodass die Witwe Emma das Geschäft nicht mehr halten konnte. Immerhin blieb das Geschäftshaus von Zerstörungen verschont, da Emma und ihre sechs Kinder rechtzeitig vor dem 9. November nach Wiesbaden flohen. Trotzdem wurden sie weiter verfolgt. Emma und drei ihrer Kinder starben in Konzentrationslagern. Erich starb im alter von 79 Jahren. Paul Terhoch starb 1984 und Hildegard`s Todesdatum ist unbekannt. Heute findet sich im Giebel des Jugendstilhauses immer noch ein großes „T“, das an die Familie erinnert.

Kriegsgefangene im Münsterland

Herkunft der Gefangenen und ihr Schicksal:

Die Gefangenen kamen aus Polen, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Skandinavien, Russland und aus anderen besetzten Gebieten von der Wehrmacht im Osten. Sie wurden gefangen genommen, weil sie eine Schlacht verloren hatten. Die deutsche Regierung erkannte den Schutz des Kriegsvölkerrechts für die 400.000 Kriegsgefangenen aus Polen nicht an. Ein Großteil wurde zu Zwangsarbeitern. Es erging rund 100.000 serbischen Kriegsgefangenen genauso. Im Rahmen der deutschen Westoffensive im Jahr 1940 mussten 1,6 Millionen französische Kriegsgefangene Dienste im Deutschen Reich leisten.

Rund 3,35 Millionen sowjetische Kriegsgefangene wurden nach dem Überfall auf die Sowjetunion in mehreren Kesselschlachten von der Wehrmacht gefangen genommen. Im Winter 1941 starben rund 2 Millionen Kriegsgefangene an der Kälte und den unmenschlichen Lebensbedingungen, unter denen sie leben mussten. Es überlebten nur 630.000 Kriegsgefangene das Kriegsende in Deutschland.

Herkunft der Gefangenen und ihr Schicksal:

Die Gefangenen kamen aus Polen, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Skandinavien, Russland und aus anderen besetzten Gebieten von der Wehrmacht im Osten. Sie wurden gefangen genommen, weil sie eine Schlacht verloren hatten. Die deutsche Regierung erkannte den Schutz des Kriegsvölkerrechts für die 400.000 Kriegsgefangenen aus Polen nicht an. Ein Großteil wurde zu Zwangsarbeitern. Es erging rund 100.000 serbischen Kriegsgefangenen genauso. Im Rahmen der deutschen Westoffensive im Jahr 1940 mussten 1,6 Millionen französische Kriegsgefangene Dienste im Deutschen Reich leisten.

Rund 3,35 Millionen sowjetische Kriegsgefangene wurden nach dem Überfall auf die Sowjetunion in mehreren Kesselschlachten von der Wehrmacht gefangen genommen. Im Winter 1941 starben rund 2 Millionen Kriegsgefangene an der Kälte und den unmenschlichen Lebensbedingungen, unter denen sie leben mussten. Es überlebten nur 630.000 Kriegsgefangene das Kriegsende in Deutschland.

Sowjetische Kriegsgefangene in einem Lager
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-B21845,_Sowjetische_Kriegsgefangene_im_Lager.jpg

Arbeiten der Kriegsgefangenen:
Die Gefangenen mussten Stallarbeiten (z.B. ausmisten, Tiere füttern), und Feldarbeiten (z.B. Holz hacken) verrichten. Außerdem mussten sie Heu und Stroh verladen und die Straßen reinigen. Im Winter mussten sie Eis hacken; im Sommer wurden sie gezwungen Getreide zu dreschen und Brände zu löschen und den Müll zu entsorgen.
Vor allem während des Krieges gehörten der Bau von Luftschutzbunkern, sowie das Bergen der Leichen und das Wegräumen der Trümmer zu ihren Aufgaben.
Zudem wurden sie auch in der Industrie eingesetzt.

Strafen und Verbote:

Der Kontakt zu Deutschen wurde verboten und Sex wurde besonders bestraft. Ab dem 8. März 1940 mussten Polen ein deutlich und sichtbares „P“-Kennzeichen auf der Kleidung tragen. Ab 1942 mussten sowjetische Gefangene ein „OST“-Abzeichen tragen und auf der Rückseite der Uniform ein „SU“. Es gab Ausgangsverbot ab 20 bzw. ab 21 Uhr abends.
Es durften keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, wenn doch, dann nur mit schriftlicher Erlaubnis der Polizei.
Kulturveranstaltungen (z.B. Theater) wurden auch nicht gestattet.

Als Strafen gab es Prügel, Verpflegungsentzug, Arrest und Überstellung in ein Konzentrationslager. Die Kriegsgefangenen wurden willkürlich, nach Lust und Laune der Aufseher hingerichtet.

Deutsche wurden ab Ende 1940 in Arbeitserziehungslager der Gestapo eingewiesen, weil sie die Gefangenen mit Essen versorgt hatten oder ihnen bei der Flucht halfen.

Hinrichtungen:

Hinrichtungen konnten schon aufgrund von ungeprüften Vorwürfen willkürlich durchgeführt werden. Außerdem gab es öffentliche Hinrichtungen. Es gab keine Gerichtsverfahren und die Leichen wurden den Gefangenen gezeigt, darunter Jugendliche, um sie einzuschüchtern.
Belege für Hinrichtungen im Polizeigefängnis Münster finden sich ab dem Oktober 1943.

Ein Bespiel für zwei Einzelschicksale: In Münster wurden am 14. August 1942 die polnischen Kriegsgefangene Franciszek Banaś (geb. 7. Juni 1914) aus Ujsoły und Waclaw Ceglewski (geb. 13. Februar 1921) aus Ciechocinek (Polen) wegen des „verbotenen Umgangs“ mit deutschen Frauen durch die Gestapo erhängt.

Die Grafik oben zeigt die Stammlager in Deutschland

 

Regeln in den Lagern:

Nur die Gestapo und Polizeiangehörige durften die Lager betreten. Um Polen besonders zu isolieren und abzuschirmen, wurden besonders diskriminierende Kontrollen und Strafen in den Lagern eingeführt. Die je nach Lust und Laune der Aufseher ausfielen.


Quelle: Institut für Geschichte

(Bilder zeigen Kriegsgefangenengräber aus dem zweiten Weltkrieg, auf dem Friedhof in Ennigerloh)

 

Arbeiten der Kriegsgefangenen:
Die Gefangenen mussten Stallarbeiten (z.B. ausmisten, Tiere füttern), und Feldarbeiten (z.B. Holz hacken) verrichten. Außerdem mussten sie Heu und Stroh verladen und die Straßen reinigen. Im Winter mussten sie Eis hacken; im Sommer wurden sie gezwungen Getreide zu dreschen und Brände zu löschen und den Müll zu entsorgen.
Vor allem während des Krieges gehörten der Bau von Luftschutzbunkern, sowie das Bergen der Leichen und das Wegräumen der Trümmer zu ihren Aufgaben.
Zudem wurden sie auch in der Industrie eingesetzt.

Strafen und Verbote:

Der Kontakt zu Deutschen wurde verboten und Sex wurde besonders bestraft.
Ab dem 8. März 1940 mussten Polen ein deutlich und sichtbares „P“-Kennzeichen auf der Kleidung tragen.
Ab 1942 mussten sowjetische Gefangene ein „OST“-Abzeichen tragen und auf der Rückseite der Uniform ein „SU“.
Es gab Ausgangsverbot ab 20 bzw. ab 21 Uhr abends.
Es durften keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, wenn doch, dann nur mit schriftlicher Erlaubnis der Polizei.
Kulturveranstaltungen (z.B. Theater) wurden auch nicht gestattet.

Als Strafen gab es Prügel, Verpflegungsentzug, Arrest und Überstellung in ein Konzentrationslager. Die Kriegsgefangenen wurden willkürlich, nach Lust und Laune der Aufseher hingerichtet.

Deutsche wurden ab Ende 1940 in Arbeitserziehungslager der Gestapo eingewiesen, weil sie die Gefangenen mit Essen versorgt hatten oder ihnen bei der Flucht halfen.

Hinrichtungen:

Hinrichtungen konnten schon aufgrund von ungeprüften Vorwürfen willkürlich durchgeführt werden. Außerdem gab es öffentliche Hinrichtungen. Es gab keine Gerichtsverfahren und die Leichen wurden den Gefangenen gezeigt, darunter Jugendliche, um sie einzuschüchtern.
Belege für Hinrichtungen im Polizeigefängnis Münster finden sich ab dem Oktober 1943.

Ein Bespiel für zwei Einzelschicksale: In Münster wurden am 14. August 1942 die polnischen Kriegsgefangene Franciszek Banaś (geb. 7. Juni 1914) aus Ujsoły und Waclaw Ceglewski (geb. 13. Februar 1921) aus Ciechocinek (Polen) wegen des „verbotenen Umgangs“ mit deutschen Frauen durch die Gestapo erhängt.

Die Grafik oben zeigt die Stammlager in Deutschland.

Regeln in den Lagern:

Nur die Gestapo und Polizeiangehörige durften die Lager betreten. Um Polen besonders zu isolieren und abzuschirmen, wurden besonders diskriminierende Kontrollen und Strafen in den Lagern eingeführt. Die je nach Lust und Laune der Aufseher ausfielen.

Quelle: Institut für Geschichte
(Bilder zeigen Kriegsgefangenengräber aus dem zweiten Weltkrieg, auf dem Friedhof in Ennigerloh)

Judenverfolgung ab 1939

Was ist ein Konzentrationslager?

Ein Konzentrationslager war da, um Häftlinge einzusperren so das sie nicht mehr rauskommen. Die Häftlinge mussten dort Arbeiten oder wurden dort Vernichtet.

Aufbau:

Es gab verschiedene Arten von Konzentrationslagern manche hatten Krematorien (Leichenverbrennungsanlagen), Massengräber oder auch Gaskammern.

Konzentrationslager wurden mit Mauern umrandet oder mit Zäunen, so das die Gefangenen nicht fliehen konnten. Es gab mehrere verschiedene Lager die verschiedene Merkmale hatten. Zum Beispiel gab es spezielle Lager für Kranke Gefangene. Außerdem gab es Plätze wo die Gefangenen schwere Arbeiten verrichten mussten. Außerdem gab es Unterkünfte für die SS in den Konzentrationslagern.

Leute im Konzentrationslager:

Im Konzentrationslager gab es Juden, Ärzte, SS-Leute und Köche. Es gab 1000 Hauptlager mit 1200 Neben- und Außenlagern. Insgesamt gab es in den Jahren zwischen 1933 und 1945 zwischen 2,5 und 3,5 Millionen KZ-Häftlinge.

 

Wer/Wie kam man ins Konzentrationslager:

Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschaftler, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Kriminelle kamen ins Konzentrationslager

Die Leute wurden in großen Mengen in Zügen verfrachtet(Züge wurden komplett gefüllt).

 

Wer wurde wann getötet?

Kinder wurden zuerst getötet, da sie nicht arbeiten konnten.

Die eher jüngeren Menschen mussten arbeiten. Die älteren haben auch eine Zeit gearbeitet und wurden dann vernichtet. Die restlichen Häftlinge wurden am ende getötet.

 

Quellen:

http://denktag2004.denktag-archiv.de/homes/65/aufbau.html

https://www.planet-schule.de/wissenspool/spuren-der-ns-zeit/inhalt/hintergrund/konzentrationslager.html

https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung/kz/

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/KZ-Mauthausen_Map.png

http://www.artikel33.com/geschichte/1/wer-kam-ins-konzentrationslager.php

http://www.denktag.de/kinderimkz/alltag-im-kz/

Harry Hess

Harry Hess ist ein 1920 in Coesfeld geborener Jude. Anders als seine Eltern, waren seine Großeltern sehr religiös. Er ist mit seinen sechs Schwestern in Coesfeld zur Schule gegangen.

Jeden Montag kam ein Lehrer nur für jüdische Schüler zur Schule.

Ungefähr ab1931 fingen andere Schüler an, seine Schwester und ihn zu mobben. Da sie Juden waren wurden sie ausgegrenzt. Mit 14 Jahren beendete Harry die Schule, und seine Familie zog nach Hannover um. Er fand es in Hannover deutlich friedlicher, da sie nicht mehr herum geschubst wurden.

Nachdem Hitler 1933 an die Macht kam, erwartete niemand aus seinem Familienkreis, dass er lange an der Macht bleiben würde. In Hannover arbeiteten seine Mutter und seine Schwester in einer Pension. Außerdem traten sie in Hannover einer jüdischen Organisation bei. Dort waren sie in einer Gemeinde und fühlten sich sicher. Laut ihm hatte man damals Angst, etwas gegen die Nazis zu sagen.

Ab 1935 mussten sie dann auch noch einen Judenstern auf der Brust tragen.

Dadurch fühlten sie sich noch ausgegrenzter als zuvor. Jemand den sie kannten, gab seiner Familie Reisepässe in die Schweiz. Dort gingen sie dann aber nicht hin, denn die Mutter wollte nicht aus Deutschland raus. Das lag vor allen Dingen daran, dass ihre Vorfahren und Verwandten schon immer in Deutschland lebten. Somit blieben sie in Hannover. Nachts haben sie in ihren Alltagsklamotten geschlafen, weil die Nazis oft nachts kamen und den Juden befahlen sich gegenseitig zu verprügeln. Aus diesem Grund mussten sie aus Hannover flüchten. Sie sahen keinen Ausweg.

Mit LKWs wurden sie dann nach Riga in Lettland deportiert. In Riga mussten sie in einem Ghetto leben. Dort ging es ihnen anfangs etwas besser als in Hannover, weil sie dort nicht belästigt wurden. Er arbeitete dort in einer Art Restaurant. Seine Frau Lona arbeitete wiederrum außerhalb des Ghettos. Wenn jemand Essen oder andere Dinge ins Ghetto bringen wollte, wurde derjenige sofort erschossen. Harry sagte, dass alles in diesem Ghetto mit dem Tod verbunden war. Da er sehr sportlich war, interessierte er sich sehr für Boxen und Fußball. Dadurch konnte er sich von dem teilweise harten Ghettoleben ablenken.

Aus Riga wurden sie dann nach Salaspils, welches ebenfalls in Lettland liegt, gebracht. Dort mussten sie gegen ihren Willen, unter schweren Bedingungen, an Zugschienen arbeiten.

Außerdem mussten sie in kalten Nächten arbeiten.

Es gab ein Brot für 32 Leute. Als zusätzliche Demütigung mussten sie oft die Klamotten von erschossen Juden tragen.

In Salaspils gab es einen Mann, der die Juden immer an die Nazis verraten hat.

Wenn zum Beispiel jemand Brot geklaut hat, wurde er von den Nazis gehängt.

In Salaspils hatte er mehrere Freunde, unter anderem Rudi Kleve und Günter Falk. Über Rudis Schicksal ist nicht viel bekannt.

Günter Falk aber wurde in Salaspils gehängt.

Harry erzählte davon, wie er ständig Albträume von diesem Tag hat, da Günter ihn gebeten hatte, bei seiner Erhängung anwesend zu sein. In dem Moment der Erhängung schauten sich beide Freunde in die Augen.

Eines Tages wurden sie aus Salaspils raus gebracht, und auf ein Schiff verfrachtet. Die SS-Leute verließen etwas später das Schiff und ließen die Juden mit Kriegsgefangenen zurück. Als das Schiff Großbritannien erreichte, wurden viele der Juden, sobald sie das Schiff verließen, von SS-Leuten erschossen.

Zum Glück der Juden konnten die Kriegsgefangenen das Schiff steuern.

Viele der verletzten Juden wurden von Engländern in Krankenhäuser gebracht.

Harry erlitt schwere Verletzungen durch die SS-Leute. Er selbst schaffte es kaum zum Krankenhaus.

Im Krankenhaus wurde ihm erzählt, dass seine Frau ebenfalls dort in einem Zimmer lag.

Daraufhin versuchte er in das Zimmer seiner Frau zu gelangen. Er ignorierte den Schmerz und machte sich auf den Weg.

Mit Tränen in den Augen erzählte er das seine Frau kaum noch Haare hatte und ihr Gesicht kaum noch wiederzuerkennen war. In diesem Moment betete er zu Gott und hoffte, dass alles wieder gut würde.

Nach Ende des Krieges gab es immer noch Leute an Hitler geglaubt haben. In Deutschland wollte er nach dem Krieg nicht mehr leben. Die Erinnerungen waren zu schrecklich. Nur eine seiner Schwestern hat die Zeit überlebt.

 

Quelle: Interview mit Harry Hess aus dem Jahre 1995

Bundesarchiv, Bild 101III-Duerr-056-09A / Dürr / CC-BY-SA 3.0

Judenverfolgung von 1933 bis 1939

Wir haben uns mit der Judenverfolgung von 1933 bis 1933 im Nationalsozialismus beschäftigt.
Die erste Frage, mit der wir uns beschäftigt haben ist, von wem wurden Menschen jüdischen Glaubens ab 1933 verfolgt.
Die Judenverfolgung bis 1939 lief in Zwei Phasen ab.

Die erste Phase war die Ausschaltung der Juden aus dem öffentlichen Leben.

Großteils versuchten die Nazis die Juden mit Boykotten das leben schwer zu machen.

In Phase Zwei geht es um die Isolierung und die Degradierung der Juden.

Die Nazis haben Menschen jüdischen Glaubens hauptsächlich verfolgt, aber die Juden waren nicht das einzige Ziel der Nazis.

Andere politische Richtungen wurden ebenfalls verfolgt.

Darunter fielen die Sozialisten, Kommunisten aber auch die Pazifisten.

Sinti und Roma, schwer Behinderte und Obdachlose wurden von den Nazis ebenfalls nicht verschont.

In Deutschland lebten 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen,
ca. 500.000 Deutsche jüdischen Glaubens.

Das waren nicht einmal ein Prozent der gesamten Bevölkerung.

Dennoch waren für Hitler „die Juden“ schuld am Niedergang Deutschlands.

Die jüdischen Beamten durften ab 7. April 1933 nicht mehr Arbeiten.

Außerdem wurden am 10.Mai nichtdeutsche Schriftgütern verbrannt. Schritt für Schritt wurden die Rechte der Juden eingeschränkt.

1933 fing es an mit dem Besuchsverbot Deutscher Bäder für die Juden.

Am 4. Oktober durften die jüdischen Journalisten nicht mehr für Zeitungen schreiben.

1935 dürfen die Juden keine Zeitungen von den Deutschen mehr kaufen.

Am 15. September wurden die Nürnberger Gesetze erlassen.

Besonders durch die Nürnberger Gesetze wurde eine Vielzahl von Verordnungen gegen die Juden durchgesetzt.

Dort wird gesagt, dass der Antisemitismus ab sofort nicht nur legal sondern
auch gesetzlich verordnet ist.

Dann gibt es noch das sogenannte Blutschutzgesetz, dort wird verordnet, dass Deutsche keine Juden heiraten dürfen, damit ‘‘das Deutsche Blut nicht verunreinigt wird‘‘, sagen die Nazis

Ab 1938 wurden die Gesetze gegen die Juden weiter verschärft.

Am 25. Juli verloren jüdische Ärzte ihre Zulassung, die Approbation.

Ab dem 17. August mussten Juden jüdische Vornamen tragen, damit alle
Juden erkennbar sind.

Dabei mussten die männlichen Juden den Namen Israel tragen und die weiblichen Juden mussten den Namen Sara tragen.

Außerdem mussten Juden ein großes „J“ in ihren Pässen haben ab dem 5. Oktober.

In der Nacht vom 9.November zum 10.November war die Reichspogromnacht.

‘‘Dies war eine Reaktion auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten
durch einen Juden‘‘, laut den Nazis.

An diesem Tag wurden hunderte Synagogen niedergebrannt und zerstört.

Dabei wurden auch hunderte Juden umgebracht und tausende verschleppt.

Jüdische Geschäfte wurden ebenfalls zerstört.

 

QUELLE: http://geschichtsverein-koengen.de/Judenverfolgung.htm

https://www.frieden-fragen.de/entdecken/nationalsozialismus/warum-und-wie-                                                 mverfolgte-hitler-andere-menschen.html

http://www.studentshelp.de/p/referate/02/5399.htm

AB Infos : Weg in den Holocaust

Familie Spiegel Enniger

Familie Spiegel im 19. Jahrhundert

Die Geschichte der Familie Spiegel beginnt bereits im 19.Jahrhundert. Die Familie lebte damals in Enniger.

Am 22. April 1873 wurde das Familienmitglied Georg Spiegel beschuldigt, die 32-jährige Elisabeth Schütte ermordet zu haben. Er wurde wegen eines Sexualmordes beschuldigt, jedoch vom Staatsanwalt für unschuldig erklärt. Das Erstaunliche an der Geschichte ist aber, dass zu dieser Zeit ein Staatsanwalt einen Mord untersucht, es einen Beschuldigten gab, der „Jude“ war und er unschuldig war. Dennoch glaubten alle Bürger Ennigers, dass es „der Jude“ war. Die restlichen Einwohner Ennigers wollten das nicht akzeptieren und begannen mit Attacken gegen jüdische Bürger. An jedem Jahrestag der Ermordung mussten die jüdischen Bürger Ennigers zahlreiche Schmähungen ertragen. Außerdem wurden Häuser und die Synagoge beschmiert und jüdische Händler boykottiert.

Nach und nach verließen alle jüdischen Bürger das Dorf Enniger. Als letztes die Familie Spiegel im Jahre 1892.

Zusammensetzung der Familie Spiegel

Siegmund „Menne“ Spiegel, ein Pferdehändler aus Ahlen heiratete Marga Spiegel (geb. Rothschild) im Januar 1937. Marga zog daraufhin zu Siegmund nach Ahlen. Ihr Mann Siegmund Spiegel war Kriegsfreiwilliger des Ersten Weltkrieges und Träger des Eisernen Kreuzes. Marga und Siegmund Spiegel bekamen später noch zwei Kinder. Am 14. Januar 1938 wurde ihre Tochter Karin geboren und am 28. Mai 1946 der Sohn Daniel.

Die „Kristallnacht“

Bis zum 9. November 1938 glaubten neben Siegmund Spiegel auch andere jüdische Bürger, dass niemand „Hand an sie legen würde“. In der „Kristallnacht“ wurde die Familie Spiegel in ihrer Wohnung brutal überfallen und der Vater von Marga Spiegel wurde in dieser Nacht noch ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Er soll wahrscheinlich vier Wochen später an inneren Blutungen gestorben sein.

Im Oktober 1939 musste die Familie Spiegel in einer Baracke in Dortmund eine neue Unterkunft finden, da der Ortsgruppenleiter Ahlens der NSDAP, Ahlen „judenfrei“ sehen wollte. Siegmund Spiegel fand daraufhin Arbeit und als es hieß, dass die Juden im Dezember 1941 „in den Osten“ transportiert werden sollten, wurde er von einem Dortmunder Polizisten, den er von früher noch kannte, gewarnt.

Verstecke der Familie Spiegel

Am 27. Februar 1943 wurde die Familie aufgefordert sich bei der Sammelstelle, dem Schlachthof in Dortmund, einzufinden. Die Familie Spiegel wollte daraufhin untertauchen. Siegmund Spiegel lieh sich bei einem befreundeten Bauern ein Fahrrad und fuhr damit nahegelegene Höfe ab. Er organisierte Lebensmittel und versuchte Zusagen für Versteckmöglichkeiten zu bekommen.

Siegmund Spiegel fand erst bei einem Bauern aus Dolberg, dann bei einem anderen Bekannten und anschließend bei dem Bauern Hubert Pentrop aus Nordkirchen ein vorübergehendes Versteck. Er fand auch ein Versteck für seine Frau und sein Kind in Herbern bei der Bäuerin Maria Aschoff. Damit sie nicht als „Juden“ erkannt werden, haben sie sich den Decknamen „Krone“ gegeben.

Marga und ihre Tochter Karin (geb.1938) versteckten sich zwischen 1943-1945 bei u.a. der Bauernfamilie Aschoff und verschiedenen Bauern aus dem Umkreis. Um nicht entdeckt zu werden, mussten sie genau wie Siegmund Spiegel, mehrmals das Versteck wechseln.

Die Bauern versteckten die Familie Spiegel 27 Monate lang, bis die Alliierten im April 1945 das Münsterland erreichten.

Nach Kriegsende blieb die Familie Spiegel mit den Bauern, die sie versteckt haben, in Kontakt und zogen wieder nach Ahlen. 37 Verwandte der Familie Spiegel überlebten den Holocaust nicht. Außerdem setzten sie sich dafür ein, dass die Bauern, die ihnen geholfen haben, eine Auszeichnung bekamen.

Heinrich Aschoff wurde 1965 als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Als „Gerechte unter den Völkern“, werden die geehrt, die Juden während der NS-Zeit „geholfen“ haben. Sie werden von der israelischen Gedenkstätte Yad Vaschem geehrt.

Ein besonders bekanntes Mitglied der Familie Spiegel

Marga wurde am 21. Juni 1912 in Oberaula als Marga Rothschild geboren. Sie wurde als Tochter von Siegmund Rothschild (1882-1938) und dessen Ehefrau Cilly (Geburtsname: Rosenstock, 1888-1937) geboren und ist aus einer jüdischen Familie vom Land aus Nordhessen.

Sie besuchte von 1920-1922 die Privatschule von Adele Dippel in dem hessischen Dorf Oberaula und wechselte 1924 auf ein Lyzeum in (Gymnasium) nach Hersfeld.

1933, im Jahr der Machtergreifung Hitlers, legte Marga ihr Abitur auf einem Gymnasium in Frankfurt am Main ab. Danach begann sie ein Physik- und Mathematikstudium an der Uni in Marburg. Da sie die Tochter eines jüdischen Kriegsteilnehmers war, konnte sie sich zwar an der Universität einschreiben, musste aber das Studium nachdem zweiten Semester abbrechen.

Im März starb Margas Mutter an einer Herzerkrankung und ihr Vater zog zu ihr nach Ahlen.

Im Juni dieses Jahres wurde der Vater von Marga in das KZ Oranienburg oder Sachsenhausen transportiert und starb dort einen Monat später.

Im Krieg wurde die Familie von verschiedenen Bauern aus dem Münsterland aufgenommen.

Siegmund Spiegel lehnte eine Auswanderung ins Ausland ab, baute einen neuen Pferdehandel auf und es wurde der Sohn Daniel geboren. Beide Kinder wanderten später in die USA aus.

Siegmund Spiegel starb 1982 in Ahlen. Daraufhin zog sie nach Münster und verbrachte dort die letzte Zeit ihres Lebens. Sie starb am 11.März 2014 in Münster und wurde in Ahlen auf dem jüdischen Friedhof genau wie ihr Mann beigesetzt.

Bücher/Filme/Auszeichnungen

  • Autobiografischer Roman: Retter in der Nacht
  • 2009 wurde dieser Roman unter dem Titel „Unter Bauern-Retter in der Nacht“ verfilmt
  • Dauerausstellung Jüdische Lebenswege im Jüdischen Museum Westfalen gewidmet für: Jenny Aloni, Benno Elkan, Benno Jakob, Imo Moszkowicz, Jeanette Wolff und Spiegel seit 2004
  • Seit 2005 Ehrenmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
  • Juli 2010 erhielt Spiegel das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD
  • November 2013 wurde sie mit dem Verdienstkreuz des Landes NRW ausgezeichnet

 

Quellen

http://www.wochenblatt.com/landleben/nachrichten/stille-helden-in-der-nacht-die-retter-der-familie-spiegel-7738.html

http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ahlen/Juden-Retterin-Anni-Richter-88-gestorben-3d647850-00b8-4c37-b26e-20bfdfaee5ee-ds

https://de.wikipedia.org/wiki/Marga_Spiegel

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/568-enniger-nordrhein-westfalen

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Gemeinde_Enniger

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/1494

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gerechten_unter_den_Völkern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwangsarbeit

Zwangsarbeit ist Arbeit, die gegen den Willen des Menschen oder unter Anordnung einer Strafe verrichtet wird. Sie ähnelt der Sklaverei. Zwangsarbeiter wurden von den Nazis verschleppt, um die Arbeitsstellen der Männer, welche in der Wehrmacht waren, zu füllen. Zudem kosteten sie den Staat den weniger als einheimische Arbeitskräfte, wodurch viel Geld gespart werden konnte.
In den Jahren 1939-1945 wurden über 20 Millionen Zwangsarbeiter beschäftigt. Es gab über 30000 Lager in Deutschland. Die Arbeiter kamen aus Polen, Frankreich, den Beneluxstaaten, Skandinavien und Russland (erst ab 1941). Im August 1944 arbeiteten 6 Millionen zivile Zwangsarbeiter, davon ein Drittel Frauen und 2 Millionen Kriegsgefangene in der deutschen Wirtschaft. Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk, Handel, Gewerbe, Verwaltung, der Reichsbahn und auf Baustellen mit Zwangsarbeitern gefüllt. Etwa die Hälfte arbeitete in der Landwirtschaft. Auch kleinere Betriebe und Familien forderten Arbeitskräfte an. Die anstrengenden Arbeiten wie Batterien herstellen, Steinbrucharbeiten und Trümmer räumen wurden zu gerne an die Zwangsarbeiter abgegeben.

 


Die Lebensbedingungen, Löhne, Art der Beschäftigung und Lebensmittelversorgung waren von der Herkunftsnation, dem rechtlichen Status und dem Geschlecht abhängig. Ostarbeiter wurden besonders schlecht behandelt, doch am schlimmsten traf es die KZ-Häftlinge. Für Westeuropäer war es erträglicher aber dennoch entbehrungsreich. Oftmals lebten die Arbeiter in Barackenlagern. Die medizinische Versorgung war schlecht. Auch vor Bombenangriffen waren sie schlecht geschützt. Die Ziele der Angriffe waren meist die Rüstungsindustrie sowie andere große Firmen. Arbeitsunfälle, Todesfälle sowie willkürliche Hinrichtungen standen fast täglich auf der Tagesordnung. Viele Unfälle passierten, weil die Arbeiter nicht angelernt wurden. Dazu kamen durchgehende Erschöpfung durch unmenschliche Lebensbedingungen und Ermüdung im Laufe des 10- 12 Stunden langen Arbeitstags. Für die Arbeiter wurde das Wochenende gestrichen, sodass sie 7 Tage die Woche, manchmal auch nachts, arbeiten mussten. Ihre Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt, denn sie durften die Lager nur zum arbeiten verlassen. Die wenig verbliebene Freizeit nutzten sie, um ihr Überleben zu sichern. Viele versuchten, auf dem Schwarzmarkt Brot zu erwerben. Ihnen war der Kontakt zu Deutschen verboten, ebenso die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Einrichtungen. Ab dem 08. März 1940 mussten polnische Arbeiter ein „P“ auf der Kleidung tragen, sowie die Kennzeichnung „OST“ ab 1942 für sowjetische Staatsangehörige.


Auch im Münsterland wurden Zwangsarbeiter beschäftigt. Unter anderem bei Claas, Miele und Bertelsmann. Alleine in Ahlen gab es ungefähr 1500 Arbeiter, 127 verloren ihr Leben in Folge von Lungenentzündungen und Tuberkulose. Diese Erkrankungen wurden durch die schlechten Lebensbedingungen hervorgerufen.
Fluchtversuche kamen häufig vor. Die Hoffnung im Heimatland wieder Fuß zu fassen, obwohl dieses besetzt und ausgeplündert wurde, war stets vorhanden. Die wieder eingefangen Arbeiter wurden hart bestraft, ebenso wie Ansätze zu Widerstand und Sabotage (von innen heraus zu schaden), zum Beispiel mit Prügel, Entzug der ohnehin schon schlechten Versorgung mit Lebensmitteln, Arrest, Deportationen ins Konzentrationslager und Hinrichtungen. Auch sexueller Kontakt mit Deutschen wurde schwer bestraft, sodass 1943 Bordelle für fremdländische männliche Arbeiter mit ausschließlich ausländischen Prostituierten eingerichtet wurden.


Ab dem 12. August 1945 wurde den Arbeitern gestattet sich auf den Heimweg zu machen, weil der Krieg am 8. Mai 1945 endete. Viele machten sich auf eigene Faust auf den Weg. Andere verblieben noch in Deutschland und lebten als Außenseiter in der Gesellschaft. Doch viele sowjetische Arbeiter wurden an der Grenze erneut verhaftet und oftmals getötet. Oftmals litten die ehemaligen Zwangsarbeiter unter psychischen und physischen Folgeschäden und lebten knapp am Existenzminimum. Natürlich gab kein deutsches Unternehmen die Schuld zu, jedes Unternehmen lehnte die Verantwortung ab.

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Quellen:
http://www.zwangsarbeit-archiv.de/zwangsarbeit/zwangsarbeit/zwangsarbeit-2/index.html
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/industrie-und-wirtschaft/zwangsarbeit.html
http://www.zwangsarbeit-archiv.de/zwangsarbeit/entschaedigung/index.html
http://www.stiftung-evz.de/stiftung/geschichte/ns-zwangsarbeit/auszahlungsprogramme/ausgleich-von-zwangsarbeit.html
https://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/presse/02356/index.html.de
http://www.bayern.rosalux.de/event/46028/ns-zwangsarbeit-im-laendlichen-raum.html
http://www.riss-durchs-leben.lvr.de/de/dasprojekt/einstieg/zwangsarbeitimnationalsozialismus.html
https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Zwangsarbeit_im_M%C3%BCnsterland
http://www.muenster.de/stadt/zwangsarbeit/nach45_01.html
http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/regionales/Schwieriges-Kapitel-Firmen-in-der-NS-Zeit-4fbd6786-d6e5-47a4-be28-a9045ad28fc7-ds