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Die jüdische Religion

Die jüdische Religion

 

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Die jüdische „Tora“

Woran glauben die Juden?
Der Gott der Juden heißt Jahwe. Die Juden leben nach göttlichen Regeln zur Ehre Gottes und warten auf die Erlösung durch den Messias. Sie glauben an eine heilige Schrift, die Thora. Dies ist eine handgeschriebene Rolle aus Pergament mit dem hebräischen Text der fünf Bücher Mose.

Wo lebten die ersten Juden?
Nach der Eroberung Kanaans (wurde im Altertum hauptsächlich als Bezeichnung der südwestlich-syrischen Region verwendet ) im 13. Jahrhundert vor Christus errichteten die Hebräer ein eigenes Königreich. So wird es in der Thora erzählt.

Wie alt ist die Religion?
Der jüdische Glaube ist vor etwa 3500 Jahren im Vorderen Orient als vermutlich erste Weltanschauung mit dem Glauben an nur einen einzigen Gott in der Auseinandersetzung mit den Religionen und sonstigen Praktiken der vorderorientalischen Völker entstanden.

Wie viele Juden gab es früher in der Umgebung von Ennigerloh?
In den 1760er Jahren erlaubte die Erzbischöfliche Hofkammer Münster zum ersten Mal die Ansiedlung einer jüdischen Familie in Enniger.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen weitere Familien hinzu; um 1818 waren es 2 jüdische Familien und um 1860 ca. 50 Juden (in 8 Familien).
Die Familien in Enniger lebten in sehr ärmlichen Verhältnissen; so war es einigen nicht einmal möglich, die regelmäßig fälligen Steuern zu entrichten.
Als Anfang der 1870er Jahre auch noch ein jüdischer Bewohner Ennigers des Mordes an einer 32-jährigen Frau beschuldigt wurde, setzten massive Attacken gegen die jüdische Einwohnerschaft ein, obwohl der Beschuldigte zweifelsfrei nicht als Mörder in Frage kam und die Staatsanwaltschaft auch keine Anklage gegen ihn erhoben hatte.
Doch jüdische Dorfbewohner mussten nun Schmähungen über sich ergehen lassen, Wohnhäuser und die Synagoge wurden beschmiert und jüdische Händler boykottiert. Dieser Psychoterror wiederholte sich immer wieder, wenn der Jahrestag der Ermordung wiederkehrte.
In Folge dieser antisemitischen Attacken kehrten alle jüdischen Bewohner ihrem Heimatort den Rücken; die letzte Familie verließ im Jahre 1892 Enniger. In Ostenfelde – heute ebenfalls ein Ortsteil von Ennigerloh – lebten im 19. Jahrhundert einzelne jüdische Familien. Sie gehörten der Synagogengemeinde Oelde an, wo sie Gottesdienste aufsuchten und auch ihre Verstorbenen begruben. In den 1870er Jahren zählte die winzige jüdische Gemeinschaft im Dorf knapp 20 Personen. Die letzten beiden jüdischen Einwohner wurden 1942 deportiert.

Seit wann leben Juden in Deutschland und in Europa?
Juden leben seit mehr als 1700 Jahren in den Ländern und Regionen Mitteleuropas. Die ersten Juden, die sich auf dem Gebiet des späteren Deutschlands ansiedelten, kamen vermutlich aus Frankreich und Italien. Die älteste schriftliche Überlieferung stammt aus dem Jahre 321 und betrifft die Stadt Köln am Rhein.
Darin fordert der römische Kaiser Konstantin seine Statthalter (Verwalter für bestimmte Regionen) in der Stadt Colonia auf, die Juden an den öffentlichen, unbezahlten Arbeiten für das Gemeinwesen zu beteiligen. Im frühen Mittelalter ließen sich Juden vor allem im Süden und mittleren Teil Deutschlands nieder. Urkunden, in denen ihre Anwesenheit erstmals erwähnt wird, gibt es aus Mainz für das 8. Jahrhundert, für Magdeburg, Merseburg und Regensburg aus dem 10. Jahrhundert und für Worms, Trier und Speyer gibt es Urkunden aus dem 11. Jahrhundert. In der Regel aber wird den Juden dabei etwas verboten. Die früheste Urkunde aus Berlin ist aus dem Jahre 1295.
Das Leben der Juden in Deutschland war im Mittelalter und auch nach 1500 von sehr widersprüchlichen, oft wechselnden Lebensumständen geprägt. Auch in der späteren Mark (Grenzgebiet) Brandenburg verlief das Leben für jüdische Familien wenig friedlich; dreimal wurden sie des Landes verwiesen: 1446, 1510 und 1571. Immer waren angebliche Verfehlungen von Juden der Anlass für diese Aktionen. So wurden 1510 in Berlin 38 Menschen zu Füßen der Marienkirche verbrannt, weil sie angeblich Hostien, die aus einer Kirche gestohlen worden waren, gekauft hätten. 1571 wurde das Einwanderungsverbot gelockert.

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Die jüdische „Menora“

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Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Religion (07.04.2016)
http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/ (19.04.2016)
http://judentum-projekt.de/religion/judentumwasistdas/index.html (13.04.2016)
http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/568-enniger-nordrhein-westfalen (07.04.16)
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Deutschland (07.04.16)
http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Themen/Rechtsextremismus/Helas2.pdf (07.04.16)
http://www.alt.goldschmiedemuseum.de/judaika/fotos/menora.jpg (07.04.16)
Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Reg.bez. Münster, S. 470 und Walter Tillmann, Ennigerloh-Enniger, in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen …, S. 330/331 (07.04.16)

Situation der Juden in Oelde

Situation der Juden in Oelde

 

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Rechts im Bild: Jüdisches Schulgebäude

Seit der zweiten Hälfte im 17. Jahrhundert lassen sich Juden in Oelde nachweisen.
Die Anzahl der Juden in Oelde blieb jedoch gering (eine Jüdin aus Oelde: Sophia Sophie Aschenberg)
Um 1740 gab es eine kleine Synagoge in Oelde.
Diese stand auf einem Privatgrundstück in der „Langen Straße“, für dessen Nutzung musste die Judenschaft eine Jährliche Abgabe zahlen.
Ungefähr100 Jahre später wurde eine neue Synagoge errichtet.
Diese Synagoge stand auf einem Hinterhof eines Hauses in der „Ruggestraße“.
Seit etwa 1775 gab es einen kleinen jüdischen Friedhof in Oelde.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts gab es mit Unterbrechungen eine jüdische Schule.
In die Oelder Gemeinde gingen auch Familien aus Stromberg, Ennigerloh, Ostenfelde und Wadersloh.

Nach der NS-Machtübernahme wurde zunächst nicht öffentlich gegen Juden gehetzt. Dies belegt, dass das Verhältnis
zwischen Juden und Nicht-Juden als „erträglich“ beschrieben wurde.

Auch in Oelde wurden während des Novemberprogroms jüdische Besitztümer zerstört und die Synagoge zerstört, aber nicht abgebrannt. Die noch verbliebenen Juden wurden in 2 Judenhäuser zusammengelegt und 1941 aus Oelde deportiert.

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Quellen:
Buch: „Ausgegrenzt-Annerkannt-Ausgelöscht“ von Walter Tillmann (Seiten 235-236)
www.jüdische-gemeinden.de