Archiv der Kategorie: 2016

Kriegsgefangene im Münsterland

Herkunft der Gefangenen und ihr Schicksal:

Die Gefangenen kamen aus Polen, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Skandinavien, Russland und aus anderen besetzten Gebieten von der Wehrmacht im Osten. Sie wurden gefangen genommen, weil sie eine Schlacht verloren hatten. Die deutsche Regierung erkannte den Schutz des Kriegsvölkerrechts für die 400.000 Kriegsgefangenen aus Polen nicht an. Ein Großteil wurde zu Zwangsarbeitern. Es erging rund 100.000 serbischen Kriegsgefangenen genauso. Im Rahmen der deutschen Westoffensive im Jahr 1940 mussten 1,6 Millionen französische Kriegsgefangene Dienste im Deutschen Reich leisten.

Rund 3,35 Millionen sowjetische Kriegsgefangene wurden nach dem Überfall auf die Sowjetunion in mehreren Kesselschlachten von der Wehrmacht gefangen genommen. Im Winter 1941 starben rund 2 Millionen Kriegsgefangene an der Kälte und den unmenschlichen Lebensbedingungen, unter denen sie leben mussten. Es überlebten nur 630.000 Kriegsgefangene das Kriegsende in Deutschland.

Herkunft der Gefangenen und ihr Schicksal:

Die Gefangenen kamen aus Polen, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Skandinavien, Russland und aus anderen besetzten Gebieten von der Wehrmacht im Osten. Sie wurden gefangen genommen, weil sie eine Schlacht verloren hatten. Die deutsche Regierung erkannte den Schutz des Kriegsvölkerrechts für die 400.000 Kriegsgefangenen aus Polen nicht an. Ein Großteil wurde zu Zwangsarbeitern. Es erging rund 100.000 serbischen Kriegsgefangenen genauso. Im Rahmen der deutschen Westoffensive im Jahr 1940 mussten 1,6 Millionen französische Kriegsgefangene Dienste im Deutschen Reich leisten.

Rund 3,35 Millionen sowjetische Kriegsgefangene wurden nach dem Überfall auf die Sowjetunion in mehreren Kesselschlachten von der Wehrmacht gefangen genommen. Im Winter 1941 starben rund 2 Millionen Kriegsgefangene an der Kälte und den unmenschlichen Lebensbedingungen, unter denen sie leben mussten. Es überlebten nur 630.000 Kriegsgefangene das Kriegsende in Deutschland.

Sowjetische Kriegsgefangene in einem Lager
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-B21845,_Sowjetische_Kriegsgefangene_im_Lager.jpg

Arbeiten der Kriegsgefangenen:
Die Gefangenen mussten Stallarbeiten (z.B. ausmisten, Tiere füttern), und Feldarbeiten (z.B. Holz hacken) verrichten. Außerdem mussten sie Heu und Stroh verladen und die Straßen reinigen. Im Winter mussten sie Eis hacken; im Sommer wurden sie gezwungen Getreide zu dreschen und Brände zu löschen und den Müll zu entsorgen.
Vor allem während des Krieges gehörten der Bau von Luftschutzbunkern, sowie das Bergen der Leichen und das Wegräumen der Trümmer zu ihren Aufgaben.
Zudem wurden sie auch in der Industrie eingesetzt.

Strafen und Verbote:

Der Kontakt zu Deutschen wurde verboten und Sex wurde besonders bestraft. Ab dem 8. März 1940 mussten Polen ein deutlich und sichtbares „P“-Kennzeichen auf der Kleidung tragen. Ab 1942 mussten sowjetische Gefangene ein „OST“-Abzeichen tragen und auf der Rückseite der Uniform ein „SU“. Es gab Ausgangsverbot ab 20 bzw. ab 21 Uhr abends.
Es durften keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, wenn doch, dann nur mit schriftlicher Erlaubnis der Polizei.
Kulturveranstaltungen (z.B. Theater) wurden auch nicht gestattet.

Als Strafen gab es Prügel, Verpflegungsentzug, Arrest und Überstellung in ein Konzentrationslager. Die Kriegsgefangenen wurden willkürlich, nach Lust und Laune der Aufseher hingerichtet.

Deutsche wurden ab Ende 1940 in Arbeitserziehungslager der Gestapo eingewiesen, weil sie die Gefangenen mit Essen versorgt hatten oder ihnen bei der Flucht halfen.

Hinrichtungen:

Hinrichtungen konnten schon aufgrund von ungeprüften Vorwürfen willkürlich durchgeführt werden. Außerdem gab es öffentliche Hinrichtungen. Es gab keine Gerichtsverfahren und die Leichen wurden den Gefangenen gezeigt, darunter Jugendliche, um sie einzuschüchtern.
Belege für Hinrichtungen im Polizeigefängnis Münster finden sich ab dem Oktober 1943.

Ein Bespiel für zwei Einzelschicksale: In Münster wurden am 14. August 1942 die polnischen Kriegsgefangene Franciszek Banaś (geb. 7. Juni 1914) aus Ujsoły und Waclaw Ceglewski (geb. 13. Februar 1921) aus Ciechocinek (Polen) wegen des „verbotenen Umgangs“ mit deutschen Frauen durch die Gestapo erhängt.

Die Grafik oben zeigt die Stammlager in Deutschland

 

Regeln in den Lagern:

Nur die Gestapo und Polizeiangehörige durften die Lager betreten. Um Polen besonders zu isolieren und abzuschirmen, wurden besonders diskriminierende Kontrollen und Strafen in den Lagern eingeführt. Die je nach Lust und Laune der Aufseher ausfielen.


Quelle: Institut für Geschichte

(Bilder zeigen Kriegsgefangenengräber aus dem zweiten Weltkrieg, auf dem Friedhof in Ennigerloh)

 

Arbeiten der Kriegsgefangenen:
Die Gefangenen mussten Stallarbeiten (z.B. ausmisten, Tiere füttern), und Feldarbeiten (z.B. Holz hacken) verrichten. Außerdem mussten sie Heu und Stroh verladen und die Straßen reinigen. Im Winter mussten sie Eis hacken; im Sommer wurden sie gezwungen Getreide zu dreschen und Brände zu löschen und den Müll zu entsorgen.
Vor allem während des Krieges gehörten der Bau von Luftschutzbunkern, sowie das Bergen der Leichen und das Wegräumen der Trümmer zu ihren Aufgaben.
Zudem wurden sie auch in der Industrie eingesetzt.

Strafen und Verbote:

Der Kontakt zu Deutschen wurde verboten und Sex wurde besonders bestraft.
Ab dem 8. März 1940 mussten Polen ein deutlich und sichtbares „P“-Kennzeichen auf der Kleidung tragen.
Ab 1942 mussten sowjetische Gefangene ein „OST“-Abzeichen tragen und auf der Rückseite der Uniform ein „SU“.
Es gab Ausgangsverbot ab 20 bzw. ab 21 Uhr abends.
Es durften keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, wenn doch, dann nur mit schriftlicher Erlaubnis der Polizei.
Kulturveranstaltungen (z.B. Theater) wurden auch nicht gestattet.

Als Strafen gab es Prügel, Verpflegungsentzug, Arrest und Überstellung in ein Konzentrationslager. Die Kriegsgefangenen wurden willkürlich, nach Lust und Laune der Aufseher hingerichtet.

Deutsche wurden ab Ende 1940 in Arbeitserziehungslager der Gestapo eingewiesen, weil sie die Gefangenen mit Essen versorgt hatten oder ihnen bei der Flucht halfen.

Hinrichtungen:

Hinrichtungen konnten schon aufgrund von ungeprüften Vorwürfen willkürlich durchgeführt werden. Außerdem gab es öffentliche Hinrichtungen. Es gab keine Gerichtsverfahren und die Leichen wurden den Gefangenen gezeigt, darunter Jugendliche, um sie einzuschüchtern.
Belege für Hinrichtungen im Polizeigefängnis Münster finden sich ab dem Oktober 1943.

Ein Bespiel für zwei Einzelschicksale: In Münster wurden am 14. August 1942 die polnischen Kriegsgefangene Franciszek Banaś (geb. 7. Juni 1914) aus Ujsoły und Waclaw Ceglewski (geb. 13. Februar 1921) aus Ciechocinek (Polen) wegen des „verbotenen Umgangs“ mit deutschen Frauen durch die Gestapo erhängt.

Die Grafik oben zeigt die Stammlager in Deutschland.

Regeln in den Lagern:

Nur die Gestapo und Polizeiangehörige durften die Lager betreten. Um Polen besonders zu isolieren und abzuschirmen, wurden besonders diskriminierende Kontrollen und Strafen in den Lagern eingeführt. Die je nach Lust und Laune der Aufseher ausfielen.

Quelle: Institut für Geschichte
(Bilder zeigen Kriegsgefangenengräber aus dem zweiten Weltkrieg, auf dem Friedhof in Ennigerloh)

Die jüdische Religion

Die jüdische Religion

 

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Die jüdische „Tora“

Woran glauben die Juden?
Der Gott der Juden heißt Jahwe. Die Juden leben nach göttlichen Regeln zur Ehre Gottes und warten auf die Erlösung durch den Messias. Sie glauben an eine heilige Schrift, die Thora. Dies ist eine handgeschriebene Rolle aus Pergament mit dem hebräischen Text der fünf Bücher Mose.

Wo lebten die ersten Juden?
Nach der Eroberung Kanaans (wurde im Altertum hauptsächlich als Bezeichnung der südwestlich-syrischen Region verwendet ) im 13. Jahrhundert vor Christus errichteten die Hebräer ein eigenes Königreich. So wird es in der Thora erzählt.

Wie alt ist die Religion?
Der jüdische Glaube ist vor etwa 3500 Jahren im Vorderen Orient als vermutlich erste Weltanschauung mit dem Glauben an nur einen einzigen Gott in der Auseinandersetzung mit den Religionen und sonstigen Praktiken der vorderorientalischen Völker entstanden.

Wie viele Juden gab es früher in der Umgebung von Ennigerloh?
In den 1760er Jahren erlaubte die Erzbischöfliche Hofkammer Münster zum ersten Mal die Ansiedlung einer jüdischen Familie in Enniger.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen weitere Familien hinzu; um 1818 waren es 2 jüdische Familien und um 1860 ca. 50 Juden (in 8 Familien).
Die Familien in Enniger lebten in sehr ärmlichen Verhältnissen; so war es einigen nicht einmal möglich, die regelmäßig fälligen Steuern zu entrichten.
Als Anfang der 1870er Jahre auch noch ein jüdischer Bewohner Ennigers des Mordes an einer 32-jährigen Frau beschuldigt wurde, setzten massive Attacken gegen die jüdische Einwohnerschaft ein, obwohl der Beschuldigte zweifelsfrei nicht als Mörder in Frage kam und die Staatsanwaltschaft auch keine Anklage gegen ihn erhoben hatte.
Doch jüdische Dorfbewohner mussten nun Schmähungen über sich ergehen lassen, Wohnhäuser und die Synagoge wurden beschmiert und jüdische Händler boykottiert. Dieser Psychoterror wiederholte sich immer wieder, wenn der Jahrestag der Ermordung wiederkehrte.
In Folge dieser antisemitischen Attacken kehrten alle jüdischen Bewohner ihrem Heimatort den Rücken; die letzte Familie verließ im Jahre 1892 Enniger. In Ostenfelde – heute ebenfalls ein Ortsteil von Ennigerloh – lebten im 19. Jahrhundert einzelne jüdische Familien. Sie gehörten der Synagogengemeinde Oelde an, wo sie Gottesdienste aufsuchten und auch ihre Verstorbenen begruben. In den 1870er Jahren zählte die winzige jüdische Gemeinschaft im Dorf knapp 20 Personen. Die letzten beiden jüdischen Einwohner wurden 1942 deportiert.

Seit wann leben Juden in Deutschland und in Europa?
Juden leben seit mehr als 1700 Jahren in den Ländern und Regionen Mitteleuropas. Die ersten Juden, die sich auf dem Gebiet des späteren Deutschlands ansiedelten, kamen vermutlich aus Frankreich und Italien. Die älteste schriftliche Überlieferung stammt aus dem Jahre 321 und betrifft die Stadt Köln am Rhein.
Darin fordert der römische Kaiser Konstantin seine Statthalter (Verwalter für bestimmte Regionen) in der Stadt Colonia auf, die Juden an den öffentlichen, unbezahlten Arbeiten für das Gemeinwesen zu beteiligen. Im frühen Mittelalter ließen sich Juden vor allem im Süden und mittleren Teil Deutschlands nieder. Urkunden, in denen ihre Anwesenheit erstmals erwähnt wird, gibt es aus Mainz für das 8. Jahrhundert, für Magdeburg, Merseburg und Regensburg aus dem 10. Jahrhundert und für Worms, Trier und Speyer gibt es Urkunden aus dem 11. Jahrhundert. In der Regel aber wird den Juden dabei etwas verboten. Die früheste Urkunde aus Berlin ist aus dem Jahre 1295.
Das Leben der Juden in Deutschland war im Mittelalter und auch nach 1500 von sehr widersprüchlichen, oft wechselnden Lebensumständen geprägt. Auch in der späteren Mark (Grenzgebiet) Brandenburg verlief das Leben für jüdische Familien wenig friedlich; dreimal wurden sie des Landes verwiesen: 1446, 1510 und 1571. Immer waren angebliche Verfehlungen von Juden der Anlass für diese Aktionen. So wurden 1510 in Berlin 38 Menschen zu Füßen der Marienkirche verbrannt, weil sie angeblich Hostien, die aus einer Kirche gestohlen worden waren, gekauft hätten. 1571 wurde das Einwanderungsverbot gelockert.

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Die jüdische „Menora“

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Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Religion (07.04.2016)
http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/ (19.04.2016)
http://judentum-projekt.de/religion/judentumwasistdas/index.html (13.04.2016)
http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/568-enniger-nordrhein-westfalen (07.04.16)
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Deutschland (07.04.16)
http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Themen/Rechtsextremismus/Helas2.pdf (07.04.16)
http://www.alt.goldschmiedemuseum.de/judaika/fotos/menora.jpg (07.04.16)
Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Reg.bez. Münster, S. 470 und Walter Tillmann, Ennigerloh-Enniger, in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen …, S. 330/331 (07.04.16)

Situation der Juden in Oelde

Situation der Juden in Oelde

 

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Rechts im Bild: Jüdisches Schulgebäude

Seit der zweiten Hälfte im 17. Jahrhundert lassen sich Juden in Oelde nachweisen.
Die Anzahl der Juden in Oelde blieb jedoch gering (eine Jüdin aus Oelde: Sophia Sophie Aschenberg)
Um 1740 gab es eine kleine Synagoge in Oelde.
Diese stand auf einem Privatgrundstück in der „Langen Straße“, für dessen Nutzung musste die Judenschaft eine Jährliche Abgabe zahlen.
Ungefähr100 Jahre später wurde eine neue Synagoge errichtet.
Diese Synagoge stand auf einem Hinterhof eines Hauses in der „Ruggestraße“.
Seit etwa 1775 gab es einen kleinen jüdischen Friedhof in Oelde.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts gab es mit Unterbrechungen eine jüdische Schule.
In die Oelder Gemeinde gingen auch Familien aus Stromberg, Ennigerloh, Ostenfelde und Wadersloh.

Nach der NS-Machtübernahme wurde zunächst nicht öffentlich gegen Juden gehetzt. Dies belegt, dass das Verhältnis
zwischen Juden und Nicht-Juden als „erträglich“ beschrieben wurde.

Auch in Oelde wurden während des Novemberprogroms jüdische Besitztümer zerstört und die Synagoge zerstört, aber nicht abgebrannt. Die noch verbliebenen Juden wurden in 2 Judenhäuser zusammengelegt und 1941 aus Oelde deportiert.

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Quellen:
Buch: „Ausgegrenzt-Annerkannt-Ausgelöscht“ von Walter Tillmann (Seiten 235-236)
www.jüdische-gemeinden.de

Sophia Sophie Aschenberg

Sophia Sophie Aschenberg

 

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Stolperstein für Sophie Aschenberg

Vorname: Sophia Sophie
Nachname: Aschenberg
Adresse: Lindenstraße 23
Geburtsdatum: 27. April 1866
Geburtsort: Oelde (mehr zur Situation der Juden in Oelde)
Todesdatum: 13. Januar 1939
Gedenken: Stolperstein zu lesen ist dort: „Hier wohnte Sophia Aschenberg, geb. 1866. Gedemütigt / entrechtet. Flucht in den Tod, 13. 1. 1939.“
Todesort: Oelde
Todesgrund: Durch die Demütigung von Oelder Mitbürgern nahm sich die Jüdin Sophia Sophie Aschenberg ihr leben. (Freitod)
Beruf: Händlerin

Sophia Sophie Aschenberg geboren am 17. April 1866 verbrachte ihre Lebenszeit in der Lindenstraße, Oelde.
Sie übte den Beruf als Händlerin aus und verdiente so ihr Geld.

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Jüdischer Friedhof Oelde (© H. Rochol)

Ihre Eltern hießen Meier Ascheberg (geboren 26. Mai 1836) und Pina Waldbaum (Geburtsdatum unbekannt).
Ihr Vater war Metzger und war im Vorstand der Synagogengemeinde.
Sophia hatte 6 Geschwister. Die älteste Schwester hieß Carolina (geb. 1861) und verstarb 9 Tage nach ihrer Geburt. Die weiteren Geschwister hießen Rosa
(geb. 1863) und Caroline (geb. 1863). Ihre jüngeren Geschwister hießen Felix (geb. 1886) und Meier (geb. 1886), wobei Meier im Alter von 4 Monaten verstarb.
Sie nahm sich selbst das Leben, da sie die  Mitbürger nicht mehr aushielt sie wurde diskriminiert, da sie eine Jüdin war.
Zu ihrem Gedenken wurde ein Stolperstein platziert. Auf ihm steht: „Hier wohnte Sophia Aschenberg, geb. 1866. Gedemütigt / entrechtet. Flucht in den Tod, 13. 1. 1939.“

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Quellen:
Buch: „Ausgegrenzt-Annerkannt-Ausgelöscht“ von Walter Tillmann (Seiten 235-236)
www.jüdische-gemeinden.de

David Elsberg

David Elsberg

Vorname: David
Nachname: Elsberg
Geburtsdatum: 03.01.1874
Wohnort:  Oststr. 7 in Warendorf
Hochzeit: mit Rika Windmüller in Lippstadt am 10.10.1907
Todesdatum: 1943 in Auschwitz
Deportation: 01.08.1942 von Münster nach Theresienstadt (Ghetto) und 26.09.1942 von Theresienstadt nach Treblinka (Vernichtungslager)

Familie

Vater Leser Elsberg
– 1837 in Warendorf geboren
– gestorben 1921
Mutter Johanna Elsberg
– zwischen 1807 und 1867 in Warendorf
– Todesdatum und –ort ist unbekannt
Frau Rika Elsberg (Familienname: Windmüller)
– geboren am 13.01 1883 in Beckum
– getötet 1943 in Auschwitz
Sohn Karl Elsberg
– geboren 1904 in Warendorf
– Todesdatum und –ort sind unbekannt
Sohn Paul Elsberg
– geboren in Warendorf am 09.04.1907
– Todesdatum: November 1987
Tochter Hildegard Arenberg (geborene Elsberg)
– geboren in Warendorf am 31.03 1908
– Todesdatum: 26.04 1996 in Plymouth
Sohn Werner Elsberg
– geboren am 19.04.1916 in Warendorf
– Todesdatum: 02.11. 2006 in West Stockbridge

David Elsberg wurde am 3. Januar 1874 geboren und lebte in Warendorf an der Oststraße 7.
Am 10. Oktober 1907 heiratete er die 9 Jahre jüngere Rika Windmüller, mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte.
Seine Söhne Werner und Paul haben die NS-Zeit überlebt und konnten fliehen. Über Karl Elsberg, den dritten Sohn, weiß man nicht genau wann und wie er gestorben ist. Die Tochter überlebte ebenfalls. Diese floh nach England in die Stadt Plymouth und verstarb dort am 26.04.1996. Werner Elsberg konnte in die USA nach West Stockbridge fliehen und starb dort am 02.11.2006.
Am 1. August 1942 wurde David Elsberg von Münster mit 900 weiteren Gefangenen nach Theresienstadt deportiert. Theresienstadt galt als Sammel- und Durchgangslager. Am 26. September 1942 wurde er von Theresienstadt nach Treblinka deportiert. Treblinka war eines der größten nationalsozialistischen Vernichtungslager in der NS-Zeit. Jedoch starb er nicht in Treblinka, sondern im KZ Auschwitz im Jahre 1943. In diesem Konzentrationslager starb auch im selben Jahr seine Frau Rika Windmüller.

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Quellen:
http://www.geni.com/people/David-Elsberg/6000000002678630448
http://www.geni.com/people/David-Elsberg/6000000002678630448

Frieda Eckstein

Frieda Eckstein

(geb. Spiegel)

geboren am 14. Dezember 1863 in Enniger/Beckum/Westfalen
wohnhaft in Oberhausen

Inhaftierung
11. Februar 1943 – 20. Februar 1943, Vught-Hertogenbosch, Konzentrationslager
20. Februar 1943 – 23. Februar 1943, Westerbork, Sammellager

Emigration:
1937, Niederlande

Deportation:
Ab Westerbork
23. Februar 1943, Auschwitz, Vernichtungslager

Todesdatum: 26. Februar 1943
Todesort: Ausschwitz, Vernichtungslager
Schicksal: für tot erklärt

Weitere Informationen:

  • Lebte alleine (keine weiteren Informationen zur Familie)
  • Hausfrau

Geschichte Frieda Eckstein
Frieda Eckstein wurde am 14.Dezember 1863 in Enniger geboren, als sie 10 Jahre alt war zog sie mit ihrer Familie nach Beckum. Zu der Zeit lebten die jüdischen Familien in Enniger in armen Verhältnissen. Viele jüdische Familien konnten die Steuern nicht bezahlen. Es gab massive Attacken gegen die jüdischen Einwohner in Enniger denn ein Familienmitglied von Frieda Eckstein wurde des Mordes beschuldigt, obwohl er zweifelsfrei nicht als Mörder in Frage kam. Die Staatsanwaltschaft hatte auch keine Anklage gegen ihn erhoben. Diese war wahrscheinlich der entscheidende Grund für den Umzug nach Beckum.

Konzentrationslager Vught-Hertogenbosch
Das Konzentrationslager wurde 1942 gebaut. Das Lager wurde 1943 erstmals genutzt, dort waren 31.000 Gefangene untergebracht. 749 Gefangene starben im Lager, viele wurden in andere Lager gebracht. Dieses Konzentrationslager war das einzige Konzentrationslager in Westeuropa außerhalb Deutschlands, das direkt von der SS betrieben wurde.

Westerbork Sammellager
Westerbork war ein KZ-Sammellager, von dem aus 100.000 Juden und Zigeuner in die Konzentrationslager deportiert wurden. Westerbork wurde ursprünglich als Auffanglager für jüdische Flüchtlinge gebaut.

1024px-Westerbork,_kerk_foto1_2011-04-02_15.56
https://de.wikipedia.org/wiki/Westerbork

 

Vernichtungslager Auschwitz
Auschwitz hatte eine Doppelfunktion als Vernichtungslager (Birkenau) und Konzentrationslager. Das Vernichtungslager Auschwitz ist eines der bekanntesten Lager. 90% der Gefangenen waren Juden. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich auf 1,1 bis 1,5 Millionen.

 

1024px-Eingangstor_des_KZ_Auschwitz,_Arbeit_macht_frei_(2007)
https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz

 

Deportation von Westerbork nach Auschwitz
Die Deportation startete in Westerbork am 23. Februar 1943 und ging nach Auschwitz, dort kamen sie am 25. Februar 1943 an. Bei der Deportation wurden 1184 Personen (davon 708 Frauen und Mädchen, 476 Männer und Jungen) deportiert. Lediglich 66 Frauen und 113 Männer werden in das Lager eingewiesen, während mehr als 1.000 Menschen unmittelbar in die Gaskammern geschickt werden.

 

Emigration Niederlande
Frieda Eckstein ging 1937 in die Niederlande, weil sie dort wegen der Situation in Deutschland Schutz suchte. Doch 1940 wurden auch die Niederlande von Deutschland besetzt.

Joden_wachtend_op_deportatie_van_Westerbork_naar_Auschwitz
http://de.wikipedia.org/wiki/Durchgangslager_Westerbork

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Quellen:
http://www.communityjoodsmonument.nl/person/207953/en
http://www.holland.com/de/tourist/artikel/kzgedenkstatte-vught-.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Opferzahlen_der_Konzentrationslager_Auschwitz
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/chronicles.html?page=4
http://www.holocaust-chronologie.de/chronologie/1943/februar/08-15.html

Rosalie Baumgarten

Rosalie Baumgarten

(geb. Spiegel)

Vorname: Rosalie
Nachname: Baumgarten
Geb: 17.12.1860
Geburtsort:  Enniger/Beckum/Westfalen
Wohnhaft: Meppen und Lingen
Verhaftet: 29.07.1942
Deportation: ab Münster und Bielefeld, am 31.07.1942, Theresienstadt,  Ghetto
Todesdatum: 24.08.1942, ermordet
Todesort: Theresienstadt, Ghetto
Kinder: Hermann geb. 1892 & Julius Baumgarten geb. 1894
-> Julius: verhaftet 1939, 1942 deportiert nach Izbica, wahrscheinlich ermordet
-> Hermann: 1942 deportiert nach Izbica, ermordet

Beschreibung zu Rosalie Baumgarten
Rosalie Baumgarten geborene Spiegel wurde am 17.12.1860 in Enniger/Beckum/Westfalen geboren. Sie ist die ältere Schwester von Frieda Eckstein. Die Familie Spiegel musste 1873 aus Enniger wegziehen. (weitere Informationen auf der Internetseite von Frieda Eckstein.) Sie war wohnhaft in Meppen und Lingen. Sie wurde am 29.07.1942 verhaftet und am 31.07.1942 sie von Münster-Bielefeld nach Theresienstadt deportiert. Ermordet wurde sie am 24.08.1942 in Theresienstadt. Sie hatte zwei Kinder, deren Namen sind Julius und Hermann. Julius wurde 1894 geboren, 1939 verhaftet und dann 1942 nach Izbica deportiert. Hermann wurde 1892 geboren, 1942 ebenfalls nach Izbica deportiert und ermordet.

stolperstein_meppen
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Meppen
Verlegung des Stolpersteins am 26.05.2009 in Ahlen, Karlstaße 7

Theresienstadt, Ghetto
Das Ghetto Theresienstadt wurde im November 1941 in der alten Festung von Theresienstadt eingerichtet. Ein Ghetto wird als abgesondertes Wohnviertel bezeichnet. Es war ein Alters- und Vorzeigeghetto. Die Behandlung war im Gegensatz zu anderen Lagern milder.

Deportation Bielefeld- Gelsenkirchen- Osnabrück- Münster nach Theresienstadt
Am 31.07.1942 wurden 901 Juden aus Westfalen deportiert. Für die große Deportation älterer Juden aus Westfalen über Münster nach Theresienstadt wurden Teiltransporte in Bielefeld, Gelsenkirchen und Osnabrück zusammengestellt. Von den 901 Juden kamen 590 aus Bielefeld, 47 aus Gelsenkirchen, 94 aus Osnabrück und 170 aus Münster. Von den 170 Juden, die aus Münster deportiert wurden, kamen nur 65 aus Münster und 105 aus den umliegenden Ortschaften wie Rosalie Baumgarten aus Enniger.

Ghetto Izbica
Das Ghetto Izbica war ein Durchgangsghetto. Die Juden wurden von dort insbesondere in die Vernichtungslager Belzec und Sobibor deportiert. Izbica liegt in Polen südöstlich von Lublin.

Juden in Enniger:

 Jahr  Anzahl Juden
 um 1818 2 jüdische Familien
 1822 3 jüdische Familien
 1831 17 Juden
 1840 41 Juden
 um 1860 ca. 50 Juden (in 8 Familien)
 1871 30 Juden
 1892 keine

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Quellen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Stolperstein_Meppen_Fullener_Stra%C3%9Fe_27_Rosalie_Baumgarten.jpg
http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/568-enniger-nordrhein-westfalen (07.04.2016)
https://www.ahlen.de/start/themen/bildung-kultur/stolpersteine/
https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Theresienstadt
http://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_420731.html
http://www.stadtblatt-lingen.de/lebeninlingen-2/9080-forum-juden-christen-erinnert-an-pogromnacht
https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Izbica,
Gedenkbuch – „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen  Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945“