Heinz Steinweg

Kurzbiographie von Heinz Steinweg
Vorname: Heinz
Nachname: Steinweg
Geburtsdatum: 20.08.1916
Geburtsort: Güstrow
Eltern: Mutter: Marie Steinweg (geb. Kunze)
Vater: Otto Steinweg
Geschwister: Ruth Steinweg
Beruf: Elektriker bei Karstadt
Religion: Jüdisch

Heinz Steinweg wurde am 20.08.1916 in Güstrow geboren.
Nach seiner Schulausbildung war er Lehrling in der Elektroabteilung des Kaufhauses Karstadt. Im April 1933 wurde er aufgrund des Boykotts gegen Juden entlassen.
Danach kam er zu seinem Vater nach Münster und arbeitete dort in seinem Radiogeschäft. Nach der Schließung des Radiogeschäftes emigrierte er mit seinem Vater und seiner Stiefmutter nach Palästina. Dort arbeitete er ein Jahr lang im Vorbereitungskibbuz in Raanana.
Am 06.06.1937 wurde er Mitbegründer von ,,Maos-Chaim‘‘. Als der Staat Israel gegründet wurde lebt er ab 1948 in Haifa und Jerusalem in der freien Wirtschaft.
Im Jahre 1958 kehrte er nach Deutschland zurück.

Heinz Steinweg
Flucht und Vertreibung
Heinz Steinweg hat den Holocaust miterlebt und er und seine Familie wurden von den Nazis verfolgt, da sie Juden waren. Heinz Steinweg hat ganz normal gelebt und hatte eine Ausbildung als Elektriker und hat bei Karstadt gearbeitet. Aber als Hitler an die Macht kam hat sich für ihn und seine Familie alles geändert. Die Konzentrationslager wurden gebaut, er wurde von Karstadt fristlos gekündigt, da er Jude war und Juden als Bürger 2.Klasse erklärt wurden. Am Anfang hat er die Konzentrationslager unterschätzt, da er nicht dachte, dass die Insassen dort umgebracht werden. Als er schließlich 1939 mit seinem Vater nach Israel auswanderte, erreichte ihn die Nachricht, dass seine Schwiegereltern sich umbrachten um seine Schwester zu retten. Dies war aber vergebens da seine Schwester mit ihrer Tochter kurze Zeit danach in das Kz Auschwitz in Birkenau kam und dort auch Umkamen. Später erlebte Heinz Steinweg das Ende des 2.Weltkrieg im Jahr 1945 im Radio mit. 1956 kehrten die Ersten zurück zwar sehr wenige aber die Anzahl erhöhte sich an jeden Tag. Zwei Jahre später kehrte auch Heinz Steinweg zurück allerdings ohne seinen Vater, da dieser vor der Rückkehr an Herzversagen starb.

Geschwister
Heinz Steinwegs Bruder Otto besuchte das Realgymnasium in Güstrow von 1930 bis 1933. Vor seiner Emigration hält er sich oft in Münster auf, da dort sein Bruder und sein Vater wohnen. Mitte 1935 konnte er nach Palästina auswandern und arbeitete mehrere Jahre im Kibbuz. Außerdem war er Mitglied der ,,Haganah‘‘ einer jüdischen Selbstschutzorganisation. 1940 bis 1947 arbeitete er im Büro der Jugend-Aalija. Danach studierte er Erziehungs- und Staatswirtschaften. An der Hebräischen Universität wurde er von 1949 bis 1970 Direktor der Jugendabteilung, Sektion Israel und Generalsekretär des Israelischen Jugendverbandes. In den nächsten Jahren reiste er viel um die Welt.

Heinz Steinwegs Schwester Ruth lebte in Güstrow. Dort besuchte sie ein Gymnasium. Sie machte eine Ausbildung in Breslau als Krankenschwester. Nach einigen Jahren heiratete sie dann ihren Chef und hatte mit ihm eine gemeinsame Tochter. Ihr Mann wanderte nach England aus. Ruth blieb aber bei ihren Schwiegereltern um sie zu pflegen. Ihre Schwiegereltern machten darauf Selbstmord, damit sie auch nach England kann. Aber es war zu spät und sie kam in ein Konzentrationslager.

Heinz Steinweg
Weiterleben
Als er 1958 aus Israel wieder nach Deutschland zurück kehrte musste er alleine klarkommen, da ein Großteil seiner Familie durch den Nationalsozialismus umgebracht wurde, musste er sehr sparsam leben und konnte sich wenig leisten. Obwohl er sehr hart arbeitete und seine eigene chemische Reinigung hatte. Außerdem bekommt er vom Staat eine Wiedergutmachung und anstatt dies über einen Anwalt laufen zulassen nahm er es selbst in die Hand. Dann lud er einen Arzt zu sich ein, um ein gesundheitliches Gutachten von seinem Vater zu machen. Er hat extra viele Unterlagen von seinem Vater bereit gelegt aber den Arzt hat dies nicht interessiert, da er ein altes Passfoto von seinem Vater genommen hat und daran dann das Gutachten erstellt. Danach hat er zu Heinz gesagt: „Wenn sie denken, dass sie durch den Krieg und den Nationalsozialismus mehr gelitten haben als wir, dann sind sie auf dem Holzweg“. Danach hatte Heinz noch einen Job als Versicherungsvertreter für Handwerker, wobei er anfangs auch Probleme hatte. Als er in Hannover ein schlimmes Ereignis erlebte, beschloss er nach Münster zu ziehen. Dort gefiel es ihm besser, da er aufgrund des Nationalsozialismus eine Fahnenphobie entwickelte wodurch ihm schlecht wurde, beim Anblick von vielen Fahnen. Weiterhin hatte Heinz eine schöne Zeit in Münster.