Wer war August Wessing?

August Wessing wurde am 18. Januar 1880 in Gescher geboren. Er war der zweitälteste Sohn von insgesamt sieben Kindern. Er besuchte das Gymnasium in Coesfeld und studierte katholische Theologie im Priesterseminar in Münster. Am 25. Mai 1907 wurde er im Hohen Dom von Bischof Herrmann Jakob Dingelstad zum Priester geweiht. Schon während seines Studiums hat er polnische Sprachkenntnisse erworben. Seine Ferien verbrachte er in einem polnischen Pfarrhaus in Danzig und auch in einem Kloster in Krakau. Lange Zeit lebte er in dem Schloss eines polnischen Adligen in der Provinz Posen. Außerdem wurde er in Recklinghausen am 25. September 1924 zum ersten Kaplan in Lüdinghausen ernannt. Am 9. März 1932 wurde er zum Pfarrer von St. Lambertus in Hoetmar und 1939 zusätzlich zum Dechanten des Dekanates Freckenhorst ernannt.

Warum wurde er angeklagt?
Das vier Kilometer von Hoetmar entfernte Marienheiligtum in Buddenbaum machte er zum Mittelpunkt seines religiösen Lebens. Die hierhin organisierten Wallfahrten betrachteten die Nationalsozialisten als Konkurrenz zu ihren Veranstaltungen. Bereits 1937 ermittelte ein Sondergericht gegen ihn. Aufgrund einer Predigt wurde August Wessing angeklagt. Das Verfahren wurde wegen zu weniger Beweise eingestellt. Außerdem hatte er eine Ordensschwester beauftragt für ein verschlepptes ukrainisches Mädchen Kleidungstücke anfertigen zu lassen. Er richtete 1938 in dem Wirtschaftsgebäude seines Pfarrhauses zwei Schulkassen ein. Nach weiteren Verfahren erfolgte 1941 eine Hausdurchsuchung, die jedoch keine Beweise mehr ans licht brachten. Sein wohltätiges handeln wurde ihm zum Verhängnis. 1942 wurde er zu anfang ins Gefängnis in Münster inhaftiert. Am 18.Juli 1942 wurde er in das KZ Dachau abtransportiert, wo er allerdings erst am 2. Oktober 1942 eintraf. Die Zwangsarbeit ließ ihn an Fleckfieber erkranken woran er am 4. März 1945 verstarb.

Gedenken an Wessing
August Wessing wurde als Glaubenszeuge, Menschen die für ihren Glauben leiden würden, in das deutsche Martyrologiom (ein Verzeichnis von Märtyrern und anderen Heiligen) des 20. Jahrhunderts aufgenommen. Es wurden Straßen in Gescher, Recklinghausen und Warendorf nach August Wessing benannt sowie eine Grundschule und eine Straße in Warendorf-Hoetmar. Es wurde auch eine Gedenkstätte namens Wiesch-Wessing in Gescher errichtet. Durch seine Geisteshaltung wurde August Wessing der Seelsorger vieler Mitpriester. Der Geburtsort von Wessing ist auch die Heimat hunderter von Kirchenglocken außerdem wurde seine Leiche im Mai 1945 dorthin zurück gebracht. Am 25. Mai 1945 gab es eine Abschiedsfeier von August Wessing. Auch eine Gedenktafel auf dem Hoetmarer Friedhof erinnert an ihn.

Für wen hat sich Wessing besonders eingesetzt
Er folgte keiner politischen Orientierung, denn er unterstützte Sammlungen der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, des Winterhilfswerkes und die Wollsammlung für das Deutscher Heer in der Sowjetunion. Er gab Religion Unterricht in vielen Grundschulen. Er setzte sich besonders für die Menschen in Hoetmar ein. Er setzt sich für die Seelsorge an den Polen, die ins Ruhrgebiet gekommen sind ein. 1924 widmete in Lüdinghausen den armen und Notleidenden seine Fürsorge. Er verzichtete auf jegliche Genussmittel und Luxus. Seine besondere Liebe galt den Kindern. Jahr für Jahr brachte er katholische Kinder aus religiösen Gruppen von Leipzig in katholische Familien in Lüdinghausen unter.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/August_Wessing
http://www.karl-leisner.de/wp-content/uploads/2015/09/Wessing.pdf