Familie Jeremias

Die Familie Jeremias bestand aus den Eheleuten Max Jeremias und Ida Jeremias (geb. Wilhelm) und ihrer Tochter Ruth Jeremias. Der Familienvater Max wurde 1899 geboren, seine ältere Frau Ida wurde 1895 geboren. Sie bekamen ihre einzige Tochter Ruth im Jahr 1931.

Die Familie von Max Jeremias siedelte sich spätestens 1909 in Warendorf an. Die Eheleute Max und Ida arbeiteten später in einer Textilfabrik in Warendorf. Max konnte durch seinen Vater Alwin einen Beruf in der Firma Brinkhaus im kaufmännischen Bereich bekommen.

Die Familie bekannte sich seit den frühen zwanziger Jahren zu den Zeugen Jehovas. Um Gleichgesinnte zu finden mussten sie in die 24km entfernte Stadt Ahlen fahren. Die Nationalsozialisten verabscheuten die Zeugen Jehovas, da sie in ihren Augen eine einzigartige Religion sein. Dies stärkte sich da die Zeugen Jehovas die Nationalsozialisten nicht unterstützen. Adolf Hitler ließ anschließend die Zeugen Jehovas verfolgen. Da Ida und Max Jeremias Zeugen Jehovas waren, wurden sie im Mai 1936 verhaftet.

Die NS-Behörde sah den Fall Jeremias als sehr bedeutend an, also haben sie sogar die Gerichtsverhandlung von Warendorf nach Dortmund verlegt, da die Bevölkerung es mitbekommen sollte. Ein Jahr später wurden sie durch das Urteil der 1.Kammer des Sondergerichts in Dortmund wegen verbotener Bibelforschertätigkeit jeweils zu mehr monatiger Gefängnisstrafe verurteilt.

Nach dem Gefängnis war die Verfolgung noch lange nicht beendet. Ohne Richterspruch wurden sie in „Schutzhaft“ genommen, wo viele Gegner der NSDAP in Gewahrsam genommen wurden.

Nach dieser „Schutzhaft“ wurde Max Jeremias nach Sachsenhausen ins Konzentrationslager gebracht. Seine Frau wurde zunächst frei gelassen, bis sie in Münster wieder verhaftet wurde. Sie wurde von der Gestapo in das KZ Lichtenburg gebracht.

Die NS wollten schon kurz nach ihrer Herrschaft beginnen, dass Kinder in der politischen Art der Nazis erzogen werden. Da das die Eltern von Ruth Jeremias nicht taten beantragte das Kreis Jugendamt die Entziehung Ruths ihren Eltern Max, Ida Jeremias. Der Lehrer der evangelischen Schule in Warendorf wurde als Vormund für Ruth Jeremias vorgeschlagen. Max starb im KZ-Sachsenhausen an den Quälereien und Entbehrungen der SS-Schergen. Seine Frau jedoch überlebte und wohnte seid 1945 in Warendorf. Ruth wurde in die Obhut von Verwandten gegeben. Nach einigen Jahren fanden sich Ruth und Ida wieder.

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